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Bob Iger ist zurück an der Disney-Spitze

Nach enttäuschenden Quartalszahlen hat sich Disney von Bob Chapek getrennt. Der ehemalige Chef Bob Iger soll die mannigfaltigen Probleme nun lösen.

Der Disney-Film “Strange World” hat das schlechteste Ergebnis eines Disney-Films an den Kinokassen seit zehn Jahren eingespielt und obwohl der letzte Marvel Streifen “Black Panther: Wakanda Forever“ erfolgreich gestartet war, häufen sich die Probleme im Hause Disney

Um den “Mäusekonzern” wieder in die richtige Spur zu bringen, ist der langjährige Chef Bob Iger zurück an die Spitze gekehrt. Bis 2020 hat Iger das Unternehmen 15 Jahre lang geführt und durch den Kauf von Pixar, Marvel Entertainment, Lucasfilm und 21st Century Fox zum Medienimperium gemacht. Kurz vor seinem Abschied brachte er auch die Streaming-Plattform Disney+ auf den Markt. 

An den Börsen wurde die Rückkehr mit einem Plus von zehn Prozent begrüßt. Der stetige Verfall der Aktie (WKN 855686 ; ISIN US2546871060) ist damit aber nicht beendet. Seit dem Rekordhoch 2020 hat die Aktie nahezu 60% verloren. Ein Marktwertverlust von 200 Milliarden US-Dollar. 

Igers Nachfolger und nun Interims-Chef Bob Chapek hatte eigentlich geplant, von den Streaming-Angeboten und der Wiedereröffnung der Themenparks zu profitieren. Nach der Präsentation der Zahlen des vierten Quartals trat Chapek allerdings von seinem Posten zurück, obwohl sein Vertrag, der ursprünglich bis 2023 gehen sollte, vorzeitig verlängert wurde. Der Grund sind verfehlte Gewinnerwartungen und enttäuschende Prognosen. Der Aktienkurs musste am 8. November Verluste in Höhe von 13 Prozent hinnehmen. Der größte Tagesverlust seit 2001. Der Tagesschlusskurs lag auf dem tiefsten Stand seit 2020.

Disneys Direct-to-Consumer-Segment, zu dem auch die Streaming-Plattform Disney+ gehört, kostet derzeit mehr Geld als es dem Konzern einbringt. Während Disney die Ausgaben auf 30 Milliarden US-Dollar steigerte, blieben die Preise für Disney+ Abos weiterhin deutlich niedriger als bei der Streaming-Konkurrenz, was sich zwar positiv auf die Anmeldungen, aber negativ auf die Gewinnzahlen auswirken. Die Streamingsparte war im letzten Quartal für einen verlust in Höhe von 1,47 Milliarden US-Dollar verantwortlich. 

Nach der Pandemie konnte sich die Sparte Disney Parks & Experiences zwar wieder erholen und ihren Umsatz um 73% auf 7,4 Milliarden US-Dollar steigern, das operative Ergebnis in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar blieb aber enttäuschend. Experten waren von einem Ergebnis in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar ausgegangen. 

Igers Rückkehr fällt in eine schwierige Zeit. Die gesamte Unterhaltungsindustrie leidet unter der allgemeinen Konsumzurückhaltung. Sollte die Inflation im kommenden Jahr abnehmen, bleibt die Angst vor einer Rezession. Disney warnte bereits vor größeren Abschreibungen, die auf große Umbauten seitens Iger schließen lassen. Vor allem das Streaming Segment wird auf Profitabiitätskurs gebracht werden. Iger kündigte an, nur dort Geld auszugeben, wo es sich rentiere, wie etwa bei Kreativteams. Am Einstellungsstopp, den sein Vorgänger verkündet hat, wird indes festgehalten. 

Derzeit wird der Verkauf des Sportkabelnetzanbieters ESPN diskutiert. Bereits Anfang des Jahres hatte der aktivistische Investor “Third Point” des milliardenschweren Hedgefonds-Managers Dan Loeb den Verkauf von ESPN angeregt. Zuletzt sank allerdings die Abonnentenzahl des Sportsenders um 2 Millionen auf 74 Millionen Abonnenten. Dennoch gäbe es eine Vielzahl interessierter Käufer. Die Gerüchte über einen Komplettverkauf von Disney hat Iger bereits dementiert. 

Für mutige Investoren bietet sich das gedrückte Kursniveau derzeit an. Dennoch bleibt das Risiko des schwierigen Umfelds. Für 2023 liegt die Gewinnbewertung bei 24 und die Dividendenrendite bei niedrigen 1,2%. Sollte der Kurs unter die Unterstützungszone zwischen 100 und 80 Dollar, droht der tiefere Abstieg auf die nächste Auffangzone zwischen 50 und 40 Dollar.

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