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NEL ASA
WKN A0B733

Energieträger Wasserstoff

Stehen die nachhaltigen Brennstoffzellen vor einem Börsen-Boom? Warum führende Unternehmen kurz vor einer Renaissance stehen könnten.

“Wasserstoff wird jetzt in kurzer Zeit einen sehr schnellen Hochlauf erleben”, erklärte Robert Habeck, Stellvertreter des Bundeskanzlers sowie Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, beim Besuch des Energieunternehmens Apex. In Zeiten des Klimawandels und der globalen Erderwärmung wächst der politische Druck auf klimafeindliche Brachen. Knapp 93 Länder haben sich bisher zum Ziel der Klimaneutralität bekannt. Dabei haben alternative Antriebsmethoden wie Wasserstoff in jüngster Vergangenheit an Zustimmung gewonnen. Immer mehr Unternehmen wenden sich dem neuen Energieträger zu, da diese nicht nur im Zeichen der Nachhaltigkeit stehen, sondern auch für positive Reputation sorgen. 

Übersicht:

Die Börse in Stuttgart hat im März letzten Jahres offengelegt, welche Wasserstoff-Aktien nach Umsatz am besten abgeschnitten haben. Allerdings ist in den vergangenen 1 ½ Jahren viel passiert: Russland hat im Frühjahr die Ukraine überfallen, sodass in Folge dessen Rohstoffe wie Öl und Gas im Fokus der Öffentlichkeit standen. Zudem befinden sich viele Staaten, wie beispielsweise Deutschland oder die USA, in einer gewaltigen Inflation. Die Gegenreaktion der Notenbanken (hier die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank) sah mehrere Leitzinserhöhungen vor, wodurch es den Märkten gegenwärtig immer noch an Liquidität fehlt. 

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Einzelwerte im Faktencheck:

Nel ASA (ISIN: NO0010081235 ; WKN: A0B733) ist ein norwegisches Unternehmen mit Sitz in Oslo. Dieses handelt global und ist spezialisiert auf die Herstellung von Wasserstoff aus elektrischer Energie sowie dessen Verteilung und Speicherung. Der Konzern ist im OBX Index (Oslo Børs Index, ISIN: NO0000000021 ; WKN: 171747) gelistet, welcher die 25 bedeutendsten Unternehmen des Landes beinhaltet. Nel ASA ist zudem der Mutterkonzern des dänischen Wasserstofftankstellen-Herstellers “H2 Logic” und des US-amerikanischen Elektrolysespezialisten “Proton On Site”. 

Das rund um den Globus operierende Unternehmen ist an zahlreichen Projekten beteiligt. Zu nennen ist beispielsweise das Projekt “H2-Konsortiums Westküste”. Damit soll der erste wasserstoffbetriebene Zug in Deutschland in Betrieb genommen werden. Auch plant das Tochterunternehmen H2 Logic den Bau von mindestens 20 Wasserstofftankstellen in Norwegen. Außerdem seien wasserstoffbetriebene Lastkraftwagen geplant sowie die Umwandlung von Meerwasser in Wasserstoff. 

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Das Jahr 2022 verlief für die Nel ASA-Wertpapiere gänzlich schlecht: Seit Erreichen des Allzeithoch zu Beginn des Jahres 2021 befindet sich die Aktie in einem Abwärtstrend. Zuletzt wurde kurzzeitig die Ein-Euro-Marke unterschritten, was den Abverkauf vermutlich bestärkt. 

Ballard Power Systems:

Der kanadische Hersteller Ballard Power Systems (ISIN: CA0585861085; WKN: A0RENB) hat seinen Sitz in Burnaby bei Vancouver. Seit 1983 wurde bei dem Unternehmen eine Technologie für Brennstoffzellen entwickelt. 1993 wurde der erste mit auf Wasserstoff-Technologie basierende Brennstoffzellen angetriebene Bus vorgestellt. 2001 wurde das erste Produkt am Markt angeboten.

Seit 2018 werden Brennstoffzellen unter anderem für Busse des  belgischen Herstellers Van Hool und des polnischen Herstellers Solaris, ebenso ist der Einsatz in Zügen der Mireo-Baureihe von Siemens ab 2021 geplant. Zudem kommen die Brennstoffzellen von Ballard Power Systems im Bergbau und bei Schiffen sowie bei PKW von Audi und bei Triebzügen von Siemens zum Einsatz. Des Weiteren werden die Brennstoffzellen für Batterien, Generatoren oder auch für eine netzunabhängige Notstromversorgung für Mobilfunkbasisstationen genutzt.

Ähnlich wie bei der norwegischen Nel ASA-Aktie wurde das Allzeithoch Anfang Februar im Jahr 2021 erreicht. Seitdem gaben die Wertpapiere fast 84 Prozent nach. Auch hier ist der Boden möglicherweise noch nicht erreicht. Ballard Power Systems befindet sich in einem stetigen Abwärtstrend, ein neues “Lower Low” wurde kürzlich erst erzielt.

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SFC Energy:

Auch in der Bundesrepublik Deutschland wird an den nachhaltigen Brennstoffzellen geforscht. So entwickelt die Aktiengesellschaft SFC Energy (ISIN: DE0007568578 ; WKN: 756857), die ihren Sitz in Brunnthal bei München hat, Direktmethanol- und Wasserstoff-Brennstoffzellen. Zudem entwickelte das Unternehmen auch Lösungen für netzferne und stationäre Stromerzeugung und -verteilung. Nach Angaben des Unternehmens wurden bis Januar 2019 über 41.000 Brennstoffzellen für die Bereiche Freizeit, Industrie und Verteidigung & Sicherheit verkauft. 

Im Januar 2020 wurde bekanntgegeben, dass SFC Energy Notstromversorgungssysteme für Mobilfunkstationen in Deutschland in Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Ballard Power Systems und dem deutschen Unternehmen AdKor liefert.

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Anders als die zuvor vorgestellten Werte erreichte SFC Energy sein Allzeithoch gegen Ende des Jahres 2021. Auch hier erfolgte anschließend ein Abwärtstrend mit immer tieferen Tiefs, wie es in der technischen Analyse heißt. Die 17-Euro-Marke wurde unterschritten, sodass ein weiterer Abstieg zu zuvor erreichten Widerständen nicht unwahrscheinlich erscheint.

Chartanalyse:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle drei Werte enormes Potenzial aufweisen. Die drei Hochs zeigen, welche Zahlen innerhalb kurzer Zeit erzielt werden können. Allerdings ist dies nur die eine Seite der Medaille: Die vorgestellten Wertpapiere sind nach ihrem Hoch gefallen und befinden sich bis Dato in einem Abwärtstrend. Dabei wurden jeweils wichtige Marken unterschritten, sodass ein schneller Wiederanstieg in naher Zukunft als äußerst unwahrscheinlich erscheint.

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Wasserstoff-Fonds:

Zu nennen ist hier beispielsweise der deutsche GG Wasserstoff-Fonds (ISIN: DE000A2QDR59), welcher ca. 35 Schlüsselunternehmen beinhaltet. Seit dem 03. März 2021 ist der Fonds von 120 Euro um über 44 Prozent auf knapp 66 Euro gefallen, was wiederum die Entwicklung vieler Werte porträtiert. 

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Börsenpläne bei Thyssenkrupp - Wasserstofftochter Nucera soll an die Börse:

Während international schon zahlreiche Wasserstoff-Unternehmen an den Börsen gelistet sind, plant der Stahlriese Thyssenkrupp das IPO des Tochterunternehmens Nucera. Geplant war dieses Vorhaben schon für das erste Halbjahr dieses Jahres. Zwischenzeitlich hieß es noch, dass das Projekt, aufgrund des schwierigen Marktumfeldes, auf Eis gelegt werden würde. Berichten zufolge soll das Projekt wieder nun wieder aufleben: Dies äußerte sich unmittelbar in den Wertpapieren des Mutterkonzerns, welche sich über einen längeren Zeitraum konsolidierten.  

Allerdings müssen beim Emissionspreis aufgrund der hohen Konkurrenz wohl Abstriche gemacht werden. So stehe Siemens Energy ebenfalls in den Startlöchern: Mit Produktionsstätten in Berlin und im bayerischen Wunsiedel sollen Kapazitäten im Gigawattbereich erzielt werden. 

Warum die Wasserstoff-Industrie boomen wird: 

Die Historie der Brennstoffzelle: Das Thema Wasserstoff steht schon seit Jahrzehnten im Fokus der Industrie. Die Brennstoffzellen feierten schon unzählige Male eine Renaissance. Sei es der Einsatz von Brennstoffzellen in Raumfahrtmissionen im Jahr 1965/66 oder die erste Wasserstofftankstelle in München und Hamburg im Jahr 1999. Die Frage, ob und warum Wasserstoffwerte vor einer Hausse stehen, erscheint daher allzu berechtigt. 

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Wirtschaftspolitische Pläne führender Staaten:

Die Antwort, warum der alternative Energieträger einen Aufschwung erleben könnte, lässt sich in den Plänen führender internationaler Staaten finden: 

  • Europäische Union: Wasserstoffstrategie der EU Kommission vom 8. Juli 2020: Bis 2050 soll Wasserstoff 24 Prozent des Energiebedarfs decken.

  • Deutschland: Wasserstoffstrategie der Bundesregierung vom 10. Juni 2020: Die Investition von neun Milliarden Euro.

  • Frankreich: Wasserstoffstrategie der französischen Regierung vom 14. September 2020 Investitionen von 7,2 Milliarden Euro mit dem Ziel, 6,5 GW Elektrolyse-Kapazität aufzubauen.

  • Japan: Wasserstoffstrategie „Basic Hydrogen Strategy“ des Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) aus dem Jahr 2017: Ziel sei es, eine Wasserstoff-Weltmacht zu werden. 

  • China: “Innovation action plan for energy technology revolution (2016-2030)”: Bis 2025 sollen rund 40.000 Fahrzeuge mit Brennstoffzellen betrieben werden.

  • Australien: „National Hydrogen Australia“: Australien möchte “Major Player” im Wasserstoff-Sektor werden.

  • USA: Präsidentschaftskandidat Joe Biden veröffentlichte am 14. Juli 2020 den Plan zur Investition von 2 Billionen USD für “Clean Energy”: Ziel ist die Förderung von klimaneutral-produziertem Wasserstoff.

Fazit

Allein die Tatsache, dass Wasserstoff aus Wasser, Erdgas, Methan, Kohlenwasserstoffen, Kohle oder auch Biomasse generiert werden kann, macht den Energieträger zu einer unerschöpflichen Alternative. Dennoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass Gas, Kohle, Öl, Photovoltaik und auch Nuklearenergie vielen Staaten präsenter zur Verfügung stehen. Die wirtschaftspolitischen Umstände haben gezeigt, wie verletzlich und volatil die Wasserstoff-Branche noch ist. Trotzdem wird Wasserstoff in naher Zukunft eine wichtige Energiequelle sein, sowohl für staatliche Institutionen als auch für Unternehmen und Privatleute. Interessenten könnten den Abwärtstrend nutzen, um einen günstigen Einstiegspunkt zu finden. Ob der Boden der Einzelwerte jedoch erreicht ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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