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Gewinnerzielung während einer Rezession

Wie man auch in Krisenzeiten an der Börse Geld verdient. Optionsstrategie Long Straddle offenbart Eintiegschancen.

“The one fact pertaining to all conditions is that they will change.”

Charles Dow

Dieses Zitat von Charles Dow, Begründer des ersten US-amerikanischen Aktienindex Dow Jones Railroad Average und Herausgeber des Wall Street Journals, portraitiert gewissermaßen den Kern der diesem Artikel zugrunde liegenden Strategie. Der Markt sowie dessen Konditionen ist in einem stetigen sukzessiven Wandel. Veränderungen gehören zur Tagesordnung und prägen die Börsen.

Die gegenwärtige Inflation mit der einhergehenden Leitzinserhöhung sorgt für Unsicherheit und Volatilität an den Märkten. Viele Investoren werden durch den Abwärtstrend der Börsen und Indizes verunsichert. Traditionelles Trading, der Kauf und Verkauf von Wertpapieren, rückt in den Hintergrund. Die Angst vor Verlusten spült Geld aus den Märkten. Jedoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass erfahrene Trader selbst in Krisenzeiten Geld verdienen. 

Im Folgenden wird nun eine Strategie vorgestellt, die es ermöglicht, selbst von Seitwärtsbewegungen zu profitieren und Gewinne zu erzielen: 

Der Long Straddle

Begriffsdefinition

Das englische Wort “long” steht in diesem Zusammenhang für eine Kaufoption. Der gegenteilige Begriff “short” bedeutet folglich “Verkauf”. “Straddle” lässt sich sinngemäß mit “Spreizen” übersetzen, was wiederum die zugrunde liegende Strategie repräsentiert. 

Aufbau und Umsetzung des Long Straddles

Volatilität ist hierbei eine notwendige Voraussetzung. Es ist zunächst nicht relevant, ob der Kurs sich nach oben oder unten bewegt. Jede Kursbewegung bedeutet Profit. Die Hauptsache ist, dass sich der Kurs in eine der beiden Richtungen stark entwickelt. Die Strategie umfasst den Kauf einer Call- und eine Out-Option, deren Basispreis möglichst nah am Aktienkurs liegt. 

Long Put

“Long Put” meint den Kauf einer Verkaufsoption, bei der dem Verkäufer der Option das Recht zugeteilt wird, einen Basiswert bis zum Verfallsdatum der Option zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Der Anleger bezahlt für dieses Recht die sogenannte Optionsprämie. Der Verkäufer der “Put-Option” ist dazu verpflichtet, bei Ausübung der Option den Basiswert zum Ausübungspreis abzunehmen. 

Long Call

“Long Call” bezeichnet den Erwerb einer Kaufoption, bei der dem Verkäufer der Option das Recht zugeteilt wird, einen Basiswert bis zum Verfallsdatum der Option zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Der Anleger bezahlt für dieses Recht die sogenannte Optionsprämie. Der Verkäufer der “Call-Option” ist dazu verpflichtet, bei Ausübung der Option den Basiswert zum Ausübungspreis zu liefern. 

Wichtig ist nun, dass sich der Aktienkurs so nah wie möglich am Basispreis befindet. Zudem sollten beide Optionen das gleiche Verfallsdatum haben.

Die Gewinnstrategie des Long Straddles

Der Trader richtet sich zu einem Basispreis eine “Call-” und eine “Put-Option” ein. Dadurch erhält er das Recht, den Wert zu einem bestimmten, festgelegten Preis zu kaufen oder verkaufen. Ziel ist es Gewinne mitzunehmen. 

Ein Beispiel soll diese Strategie veranschaulichen: Ein Aktionär hat ein Debit von 1000 US-Dollar. 500 USD werden in eine Call-Option investiert, 500 USD in eine Put-Option. Nun ist es prinzipiell egal, in welche Richtung sich der Basiswert entwickelt. Eine starke Bewegung ist jedoch ein notwendige Voraussetzung. 

Steigt die Aktie nun ins unermessliche, erhöht sich der Einsatz in der-Call Option, Gleichzeitig wird der Einsatz in der Put-Option geringer. Gewinn wird dann erzielt, wenn die eine Position aufgelöst wird und die andere dem Trend weiter folgt. So ergibt sich folglich eine Call-Option von beispielsweise 1200 USD und eine Put Option von 0 USD. 

Risiko und Möglichkeiten

Wie bei allen Transaktionen sollten Aktionäre nur so viel investieren, wie sie bereit sind zu verlieren. Besonders beim Derivatehandel, welcher sehr spekulativ ist, ist Risikominimierung eine wichtige Grundvoraussetzung. Risiko und Möglichkeiten liegen beim “Long Straddle” nah beieinander. Einerseits besteht der maximale Verlust nur aus dem Einsatz, während andererseits der Gewinn theoretisch unbegrenzt ist. Dies bedeutet, unter Berücksichtigung des obigen Beispiels, dass der Trader maximal 1000 USD verlieren kann, während der Gewinn, bei einem nie endendem Aufwärtstrend, unbegrenzt ist. 

Im Falle mangelnder Volatilität lassen sich jedoch keine Gewinne verzeichnen. Obwohl die Long-Straddle-Strategie auch für Anfänger geeignet ist, ist die Einschätzung des richtigen Moments zur Investition äußerst schwierig. Bewegt sich ein Wertpapier nur minimal in eine Richtung, ist das investierte Geld für diesen Zeitraum blockiert. Natürlich können die Positionen auch frühzeitig aufgelöst werden, was jedoch zu Verlusten aufgrund der Optionsprämie führt. 

Dennoch kann abschließend gesagt werden, dass das Long-Straddle-Modell selbst in Krisenzeiten zu Gewinnen führen kann. Potenzielle Interessenten sollten zunächst mit kleinen Beträgen Trades durchführen, um ein Gespür für den richtigen Investitionszeitpunkt zu bekommen. 

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