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Staatsanleihen im Bärenmarkt

Das erste Mal seit einer Generation sinken die Kurse von Staatsanleihen in Europa und den USA.

Bloomberg verkündete am Freitag, dass die globalen Anleihen das erste Mal seit einer Generation in einen Bärenmarkt stürzten. Damit findet ein dreißigjähriger Bullenmarkt sein Ende. Wenn Aktien um 20% gegenüber ihrem Hoch fallen, spricht man von einem Bärenmarkt, dass dies auch mit Bonds geschieht ist hingegen eine Seltenheit. Für gewöhnlich sind sie aufgrund ihrer Stabilität als Mittel zur Risikominderung und Diversifizierung beliebt.

Nun sinken nicht nur die Aktien-, sondern auch die Anleihenkurse. Obwohl die Renditen von Anleihen steigen, 3,3% Rendite für US-Bonds und 1,5% für deutsche Staatsanleihen, sinken die Kurse, da Investoren ihre Anleihen im großen Stil verkaufen. 

Gerade europäische Anleihen stehen wegen der gestiegenen Energiepreise unter Druck. Anders verhält es sich in Asien, wo etwa Japan und China eine lockere Geldpolitik verfolgen, wodurch Anleihen dort attraktiver wirken. 

Träger dieses Wandels ist das Ende der Niedrigzinspolitik in den USA und der EU. Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Fed, hat bereits weitere Schritte angekündigt, um durch eine restriktive Geldpolitik die Preisstabilität wiederherzustellen. Seitens der EZB sind ähnliche Ankündigungen zu vernehmen. Für Anleger ist dies ein Zeichen, dass sich die Geldpolitik auch im nächsten Jahr nicht entspannt. Powell verweist auf die 80er Jahre, in denen die Fed die Leitzinsen sogar auf 20% anhob, um den damaligen Inflationsdruck zu hemmen. 

Neben der Anhebung der Leitzinsen beginnen die Notenbanken auch ihre Anleihenkäufe zurückzufahren. Die Fed trennt sich monatlich von Wertpapieren mit Wert von 95 Milliarden US-Dollar. Simeon Hyman, Chef-Anlagestratege des Fondsanbieters ProShares, rechnet sogar mit der Verdoppelung dieses Volumens. In der EZB gibt es ebenfalls die Forderung, die Bilanz im viertel Quartal langsam zurückzufahren. Anleger wetten nun auf einen weiteren Kursverfall bei Aktien. Laut der US-Derivateaufsicht CFTC sind solche Wetten seit Juli um 30% angestiegen.

Obwohl in Europa und den USA die größten Zinsschritte seit Jahren anstehen, wird diese Maßnahme die globale Rezession nicht aufhalten. Nach Ansicht des Vermögensverwalters Schroders kann dies aber bedeuten, dass bald der Kurs von Staatsanleihen wieder ansteigt, da diese in Krisenzeiten eine attraktive Investitionsmöglichkeit böten. 

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