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Uniper-Wertpapiere - Kurseinbruch nach staatlicher Unterstützung

Stabilisierungspaket der Bundesregierung verschreckt Aktionäre

Am vergangenen Freitag hat die Bundesregierung einem Rettungspaket für Uniper in Höhe von 15 Milliarden Euro zugestimmt. Das Energieunternehmen leidet massiv unter der russischen Erdgasverknappung. Gleichermaßen sorgt das Paket der Bundesregierung für eine Verwässerung der Aktien. 

Zur Information 

Die Uniper SE ist ein börsennotiertes Unternehmen, welches sich 2016 von der Muttergesellschaft E.ON abgespalten hat. Der Düsseldorfer Konzern gehört mehrheitlich dem finnischen Energieunternehmen Fortum und ist an drei Atomkraftwerken in Finnland und Schweden und an einigen Kohlekraftwerken in Russland beteiligt. 

Geschäftskrise im Zuge des Ukrainekrieges 

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat für wirtschaftliche Schwierigkeiten gesorgt: Durch reduzierte Gaslieferungen geriet das Unternehmen unter Druck, da vertragliche Lieferverpflichtungen weiter bestehen. “Wir befinden uns in einer beispiellosen Energiekrise, die robuste Maßnahmen erfordert. Nach intensiven, aber konstruktiven Verhandlungen haben wir eine Lösung gefunden, die den Interessen aller Beteiligten in akzeptabler Weise gerecht wird”, erklärt Markus Rauramo, Präsident und CEO von Fortum.

Das Stabilisierungspaket: 

Um den Liquiditätsbedarf zu decken, stellte Uniper am 08. Juli dieses Jahres beim Bund einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen, die am 22. Juli bewilligt wurden. Die Bundesregierung und der finnische Mutterkonzern Fortum einigten sich auf ein Stabilisierungspaket von 15 Milliarden Euro. Unter anderem wurde die Kreditlinie der staatlichen KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) für Uniper von zwei Milliarden auf neun Milliarden Euro erhöht. Außerdem erwirbt die Bundesrepublik Deutschland im Zuge einer Kapitalerhöhung um rund 267 Millionen Euro eine Beteiligung von etwa 30 Prozent an Uniper zum Nominalwert von 1,70 Euro pro Aktie. Fortums Anteil sinkt von 80 Prozent auf 56 Prozent. 

Folgen für die Aktionäre: 

Die US-Bank JPMorgan hat die Uniper-Wertpapiere um zwei ganze Stufen von “Overweight” auf “Underweight” herabgesenkt. Das Kursziel der Aktie wurde von 32 auf 5,50 Euro gesenkt. Die Kapitalausgabe der Aktie zum Ausgabepreis von 1,70 Euro pro Wertpapier wird kritisch hinterfragt. Diese geschehe scheinbar unter Ausschluss des Bezugsrecht der Aktionäre. Die Folge der staatlichen Übernahme sind immens: Die Aktienverwässerung treibt den Preis weiter nach unten. “Wir waren von der Dringlichkeit und der Notwendigkeit getrieben, Europas Versorgungssicherheit in Zeiten des Krieges zu schützen”, schreibt Markus Rauramo. Auch wenn die Versorgungsmaßnahmen im Interesse der Bevölkerung sind, werden Aktionäre weiter abgeschreckt, sodass eine baldige Trendwende als sehr unwahrscheinlich erscheint.

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