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Das Wettrennen um die wichtige Mineralien hat begonnen

Die EU möchte sich aus Chinas Abhängigkeit lösen

“Die Anhängigkeit von vielen mineralischen Rohstoffen aus China ist bereits heute größer als jene von Erdöl und Erdgas aus Russland” - Matthias Wachter, Leiter der BDI-Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Sicherheit, Rohstoffe und Raumfahrt. Seit dem russischen Überfall in die Ukraine ist das Kanzleramt und das Wirtschaftsministerium in steter Unruhe. Bislang gab es keinen Notfallplan, falls die Gasversorgung aus Russland stoppen würde. Ähnliches gilt nun für Rohstoffe wie Lithium oder Seltene Erden aus China. 

Obwohl die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Mangel an fossilen Brennstoffen konzentriert ist, welche die Energiepreise derzeit in die Höhe treiben, dürfen Mineralien nicht vernachlässigt werden. Lithium, Magnesium, Gallium, Kobalt, Kupfer und Seltene Erden sind die Rohstoffe der Zukunft und erforderlich für die gegenwärtige, nachhaltige und grüne Energietransformation. 

Das Wirtschaftsministerium, unter Vizekanzler Robert Habeck, bemüht sich darum die Abhängigkeit bei Mineralien zu verringern. So soll die Versorgung mit nicht-energetischen Rohstoffen sichergestellt werden. Gleiches gilt für das EU-Parlament in Brüssel: Dort erklärte EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton bei einem Interview: “Wir müssen verhindern, dass wir von einer Gasabhängigkeit von Russland in eine Solarabhängigkeit von China geraten.” 

Denn: Grüner Strom erfordert weitaus mehr als gutes Wetter und warmes Klima: So sind Seltene Erden unverzichtbar für Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen und Lithium wird für die Batterien in E-Autos benötigt. Platin hingegen ist notwendig, um bestimmte Typen von Elektrolyseuren zur Produktion von Wasserstoff herzustellen.

Dass der Binnenmarkt-Kommissar Brenton die Volksrepublik China explizit erwähnt, ist kein Zufall. Diese hat sich sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten eine übergeordnete Stellung auf den Rohstoffmärkten aufgebaut, sodass nun versucht wird, sich durch neue Handelspartner von einer Abhängigkeit zu lösen. Zudem soll sowohl der Abbau als auch die Verarbeitungen von Rohstoffen und Mineralien in Europa gefördert werden: “Wir brauchen nicht nur Minen, sondern auch Raffinerien, eine neue Industrie [...] Solange wir abhängig sind, sind wir angreifbar”, mahnt Breton.

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