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US-Notenbank hebt den Leitzins

Welche Auswirkungen und Hoffnungen mit dem Schritt gegen die Inflation verbunden sind und wie die US-Wirtschaft aktuell dasteht.

Wie schon lange erwartet, hebt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins, als Reaktion auf die hohe Inflation in den USA, um 0,25% an. Laut der Zentralbank liegt damit der Zins in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Die anhaltende Erhöhung des Leitzinses sei angemessen, so die Fed.

Laut der Notenbank seien die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die USA unsicher. Trotz eines kurzfristigen Aufwärtsdruckes auf die Inflation, werde das Wirtschaftswachstum belastet. 

Notenbankchef Jerome Powell betonte die “Verpflichtung” den Preisanstieg zu bekämpfen. Der Leitzins solle in diesem Jahr stetig weiter erhöht werden, ferner werde im Mai ein Plan vorgestellt, um die Bilanz der Fed zu reduzieren, die durch die Corona-Hilfen angeschwollen ist. Der Entzug von Liquidität für den Markt würde in der Wirkung einem weiteren Zinsschritt entsprechen. 

Im Dezember ging die Fed noch von einer Zinserhöhung um 0,9% im laufenden Jahr aus. Nach einer neuen Prognose soll sie hingegen sogar 1,9% betragen und im kommenden Jahr sogar 2,8%. Mittelfristig sei eine Inflationsrate von 2% angestrebt, um für einen langen Aufschwung im Arbeitsmarkt zu sorgen, was nur mit stabilen Preisen möglich sei, so Powell. Trotz der Erhöhung des Leitzinses soll die Teuerungsrate Ende des Jahres bei 4,3% liegen, was einer Steigerung um 1,7% gegenüber den Prognosen von Dezember bedeutet. Jedoch kann die Fed die Ursachen der Preissteigerung, wie steigende Energiepreise oder unterbrochene Lieferketten, nur begrenzt beeinflussen. 

Die Fed orientiert sich an den Zielen der Preisstabilität und der Vollbeschäftigung und sowohl die Wirtschaft als auch der Arbeitsmarkt entwickeln sich derzeit positiv. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 3,8% und viele Firmen klagen über zu wenig Arbeitskräfte. Jedoch sind die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 8% gestiegen, was einen 40-jährigen Höchstwert darstellt. Die Menge an offenen Jobs im Vergleich zur verfügbaren Arbeitskraft erscheint Powell als ungesund.

Die Fed korrigierte ihre Vorhersage aus dem Dezember nach unten: Das Bruttoinlandsprodukt werde um 2,8% wachsen, also um 1,2% weniger als prognostiziert. Im letzten Jahr wuchs der BIP noch um 5,7%. Der Grund dafür war die Entspannung der Corona-Pandemie. Hinsichtlich des Arbeitsmarktes zeigt sich die Notenbank optimistisch: Bis Ende des Jahres soll die Arbeitslosenquote auf 3,5% fallen.

Die positive Wirtschaftsentwicklung des letzten Jahres und die hohe Inflation führten zu einer neuen Strategie der Notenbank - von den Corona-Hilfsprogrammen weg und hin zu einer straffen Geldpolitik. Als Vorbedingung zur Leitzinserhöhung galt das Auslaufen der monatlichen Wertpapierkäufe von bis zu 120 Milliarden US-Dollar, die die Konjunktur stützen sollten. 

Elmar Völker, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, hält die Normalisierung der Geldpolitik durch die US-Notenbank angesichts der hohen Inflation in den Vereinigten Staaten für dringend nötig. In Erwartung eines steigenden Preisdruckes wegen der Ukraine-Krise seien weitere zügige Leitzinsanhebungen abzusehen.

Auch in Europa zeichnet sich ein Ende der lockeren Geldpolitik ab. Die EZB fährt die Anleihenkäufe in Milliardenhöhe bereits zurück. Wann die Zentralbank nach dem lang anhaltenden Rekordtief die Zinsen wieder anhebt, ist aber noch nicht bekannt. 

Trotz der Leitzinsanhebung der Fed legte der Euro zu und erreichte ein Tageshoch von 1,1047 US-Dollar. Die US-Aktienmärkte legten zu, während die Kurse der US-Staatsanleihen ein wenig sanken.

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