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Rüstungsaktien als Investitionsmöglichkeit.

Lohnt sich der Einstieg noch?

Besonders die USA und weite Teile der Europäischen Union befinden sich in einer Rezession. Die Inflation und die damit einhergehende Leitzinserhöhung spülen massiv Geld aus den Börsen und Indizes. Viele börsennotierte Unternehmen mussten hohe Verluste einstecken. Die Angst vor einem Gas-Lieferstopp steigt, Produktionen müssen gegebenenfalls heruntergefahren werden. Lediglich die Rüstungsindustrie konnte in den vergangenen Monaten profitieren. 

Die Profiteure des Krieges 

Am 24. Februar 2022 hat der russische Machthaber Wladimir Putin die Ukraine im Rahmen einer “militärischen Operation” überfallen. Der Osten Europas ist nach wie vor Kriegsschauplatz zwischen Russland und der Ukraine, die durch Waffenlieferungen von vielen NATO-Partnern unterstützt wird. Die Europäische Union (EU) hat den Angriff Russlands kompromisslos kritisiert und im Zuge dessen wirtschaftliche Sanktionen verhängt.

Schon vor einigen Monaten kündigte die deutsche Ampel-Koalition im Bundestag an, der Bundeswehr ein 100-Milliarden Euro Sondervermögen zuzuteilen. Auch die USA wird vermutlich ihre militärischen Ausgaben von 780 Milliarden Dollar auf 850 Milliarden Dollar pro Jahr steigern. 

Rüstungsunternehmen und Chartanalyse: 

Die Rheinmetall AG

Die Rheinmetall AG (ISIN: DE0007030009 ;  WKN: 703000) ist ein börsennotiertes Rüstungsunternehmen und Automobilzulieferer aus Düsseldorf. Mit Beginn des Ukrainekrieges und des Millionen-Etats für die Bundeswehr sprangen die Wertpapiere auf ein neues Alltime-High. In einem Interview erklärte der Vorstandsvorsitzende der Rheinmetall AG, Armin Papperger: “Wir haben für das Ministerium aktuell Listen aufgestellt, was kurzfristig verfügbar wäre. Wir als Rheinmetall könnten in kurzer Zeit Ausrüstung im Wert von 42 Milliarden Euro liefern. Unsere Munitionswerke und Panzerwerke haben die Kapazitäten dafür”. 

Während die Aktien des Düsseldorfer Rüstungsunternehmens zu Beginn der vorletzten Februarwoche noch bei knapp 93 Euro lagen, legten die Wertpapiere innerhalb von sechs Handelstagen um über 66 Prozent zu. Gegenwärtig werden die Handelspapiere für einen Preis von 191,85 Euro gehandelt, ein prozentualer Anstieg von knapp 90 Prozent.  

Heckler & Koch

Heckler & Koch (ISIN: ISIN: DE000A11Q133 ; WKN: A11Q13) ist ein deutsches Rüstungsunternehmen mit Sitz in Oberndorf am Neckar, Baden-Württemberg. Derzeit ist H&K der bedeutendste Hersteller von Handfeuerwaffen und Infanteriewaffen und zählt zu den fünf größten Gewehr- und Pistolenherstellern weltweit. Im Jahr 2020 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 275 Millionen Euro. 

Allein im ersten Quartal kletterte der Umsatz des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 77,5 Millionen Euro. Der reine Nettogewinn konnte mit einem Sprung von 3,3 auf 8,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Seit Kriegsbeginn erzielten die Wertpapiere des Unternehmens einen prozentualen Gewinn von zwischenzeitlich über 100 Prozent und werden nun für 103 Euro pro Aktie gehandelt. Der Preis hat sich somit wieder stabilisiert und liegt knapp über dem Wert vor Kriegsbeginn. 

L3 Harris Technologies

L3 Harris Technologies (ISIN: US5024311095; WKN: A2PM3H) ist ein US-amerikanisches Technologie- und Rüstungsunternehmen, zudem ein Informationstechnologie-Dienstleister mit Sitz in Florida. Es produziert C6ISR-Systeme, drahtlose Geräte, taktische Funkgeräte, Avionik- und elektronische Systeme, Nachtsichtgeräte sowie terrestrische und weltraumgestützte Antennen zur Verwendung in herstellt der Regierungs-, Verteidigungs- und Handelssektor. Der Konzern zählt zu den größten Rüstungsunternehmen der Vereinigten Staaten.

Auch L3 Harris Technologies zählt zu den Profiteuren des Krieges, allerdings war der prozentuale Anstieg der Wertpapiere mit Kriegsausbruch nicht so eklatant hoch wie bei den deutschen Unternehmen. Vor dem 24. Februar schwankten die Aktien zwischen 180 und 200 Euro. In den ersten zwei Wochen den Krieges schossen die Wertpapiere von 197,25 Euro um 27,05 Prozent auf ein Hoch von 250,60 Euro.

Fazit und Prognose:

Wertpapiere von Rüstungskonzernen sind ethisch umstritten, da Aktionäre durch einen blutig geführten Krieg profitieren. Der perfekte Einstieg war vermutlich am 24. Februar, am Tag des Überfalls. Investitionen in die Rüstungsindustrie können sich dennoch lohnen, jedoch auch auf eine lange Sicht gesehen. Eklatante Sprünge wie zu Beginn des Jahres scheinen unwahrscheinlich, ein langfristiger sukzessiver Anstieg erscheint aufgrund der erhöhten Investitionen vieler Staaten nicht unwahrscheinlich.

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