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Rosige Aussichten für Anleger

Laut einer neuen Studie von JP Morgan ist der Horizont für langfristig orientierte Anleger so erfolgversprechend wie seit 2010 nicht mehr.

Trotz eines rekordverdächtig schlechten Börsenjahrs hat sich der langfristige Anlagehorizont laut einer Studie von JP Morgan Asset Management deutlich verbessert. Obwohl derzeit hohe Inflationszahlen und große Zinssprünge graßieren und der MSCI World Index und der Staatsanleihenindex FTSE World Government Bond seit Januar rund 18% an Wert verloren haben, betont Portfoliomanager Michael Faser, dass die Aussichten für die kommenden zehn bis 15 Jahren so gut seien wie seit 2010 nicht mehr. 

Vor allem bei Anleihen hätten sich die Aussichten verbessert. Als im vorigen Jahr Zinsen und Anleiherenditen noch niedrig waren, rechneten Strategen mit einem jährlichen Ertrag von 1,3% auf die nächsten 15 Jahre. Infolge des Kurssturzes und der damit steigenden Renditen haben sich die Ertragserwartungen auf 2,6% verdoppelt. Auch Geldmarktpapieren, Zinsanlagen, die von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten laufen, können damit langfristig Ertrag abwerfen. Am Euro-Geldmarkt sei mit einem jährlichen Ertrag von 1,3% zu rechnen. Im vorigen Jahr lag die Erwartung noch bei 0,1%. 

Die gestiegenen Aussichten ergeben sich laut Faser aus der Tatsache, dass die Zinswende größtenteils vollzogen sei und sich kurzfristige Änderungen nicht auf einen langfristigen Ausblick auswirken. Studien, die sich auf die Betrachtung über mehrere Konjunkturzyklen hinweg fokussieren, betreibt JP Morgan Asset mit der “LTCMA” genannten Studie seit 27 Jahren und konnte im Rückblick oft treffende Erwartungen formulieren. 

Die Studie widmet sich übergeordneten Trends und langfristig sind diese Trends besser, als die derzeitigen wirtschaftlichen Turbulenzen erwarten lassen. JP Morgan geht mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2,2% in den nächsten Jahren aus. Für diesen Zeitraum besteht global eine Inflationsprognose von 2,6%. Im Euro-Raum soll die jährliche Teuerungsrate 1,8% betragen, in den USA 2,6%. Die Ökonomen des Hauses gehen davon aus, dass die Zentralbanken die Inflation in den Griff bekommen werden, da sie sich am Inflationsziel von zwei Prozent orientieren. Angesichts der erhöhten Inflationszahlen in Europa und den USA bieten auch Aktien langfristige Anlagehorizonte, da aufgrund gesunkener Einstiegkurse mit höheren Erträgen zu rechnen ist. 

Für den MSCI World prognostizieren die Strategen einen durchschnittlichen Ertrag von 6,3% in den kommenden 10 bis 15 Jahren. In der Euro-Zone liegen die Erwartungen mit 9,3% für Neben- und 8,4% für Standardwerte sogar höher. Schon im letzten Jahr prognostizierte JP Morgan eine Verbesserung der Euro-Aktien gegenüber den amerikanischen. Anleger unterschätzten wohl, dass sich europäische Unternehmen qualitativ verbessern und dass sich dort der Fokus vor allem auf Wachstumsbranchen richtet. Auch seien die Bewertungen besser. Die attraktiven Aussichten für Aktien und Anleihen empfehlen sich für eine Vermögensaufteilung, wobei der Anteil an Aktien 60% und der an Anleihen 40% betragen sollte. 

Ein derart aufgeteiltes Portfolio könnte auf Sicht von 15 Jahren einen jährlichen Ertrag von 5,1 Prozent abwerfen. Diese Prognose basiert für Aktien auf dem MSCI World All Countries Index und für Anleihen auf dem FTSE World Government Bond Index. Die Indizes notieren in Dollar. Da der extrem gestiegene Dollar sich erwartungsgemäß in den kommenden Jahren gegenüber vielen Währungen abwerten könnte, rechnen die Experten mit geringeren Erträgen für Euro-Anleger. In Dollar wird ein Ertrag von 7,2% für solche Portfolios erwartet. 

Andere Fondshäuser haben ähnliche Erwartungen. UBS Asset Management rechnet ebenfalls mit einer jährlichen Rendite von 7,2% für 60/40 Portfolios. Und auch Experten von Goldman Sachs meinen, dass “60/40-Portfolios” wieder attraktiver werden. 

Um das Portfolio weiter zu diversifizieren, rät Feser auch zu alternativen Anlagen, etwa zu Hedgefonds. Allerdings rechnet das Fondhaus mit niedrigeren Erträgen für Hedgefonds in Höhe von jährlich 2,3%. Auch die Aussichten für Gold und Rohstoffe, vor allem auf Energierohstoffe, sind zurückgegangen. Für Gold sei mit einer jährlichen Rendite von 1,4% zu rechnen und der Ertrag für Rohstoffe werde auf etwa ein Prozent pro Jahr geschätzt. Vor allem der langfristige Abstieg des Dollars zehrt an diesen Erträgen. Für Dollar-Anleger beläuft sich der zu erwartende Ertrag bei Gold aber auf 3,5% und für Rohstoffe auf 3,1%.

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