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Ölpreise auf Achterbahnfahrt

Wechselnde Stimmungen beeinflussen die Ölpreise deutlich: Die Ungewissheit verleitet Experten zu widersprüchlichen Prognosen.

Am vergangenen Freitag stiegen die Benzinpreise deutlich. Ein Barrel der Sorte Brent kostete mit 110,88 US-Dollar 1,85 US-Dollar mehr als am Vortag. Ein Barrel der Sorte WTI konnte um 1,96 US-Dollar zulegen und kostete schließlich 107,45 Dollar. 

Hintergrund dieser steigenden Preise war die gestiegene Stimmung an den Aktienmärkten. In den Tagen zuvor litt der Ölpreis noch unter der allgemeinen Rezessionsangst. Daneben hat ein Stopp der Ölverschiffungen aus zwei libyschen Häfen die Verteuerung des Öls befeuert. Damit folgte der Erdölpreis dem allgemeinen Trend seit Beginn des Jahres. Seit Januar hat der Ölpreis etwa um 40% zugelegt.

Der Optimismus von Freitag konnte sich jedoch kaum über das Wochenende halten: Die Sorge um die Weltkonjunktur belastete am Dienstag neuerlich die Stimmung an den Märkten und drückte die Benzinpreise deutlich. Der Brent-Preis lag bei 103,19 US-Dollar und hat damit gegenüber dem Vortag rund 10 US-Dollar eingebüßt, während der Preis für WTI um etwa 9 US-Dollar fiel und schließlich unter der 100-Dollar-Marke bei 99,31 Dollar lag. Die Sorge besteht, dass im Fall einer Rezession die weltweite Nachfrage nach Rohöl sinkt. Die aktuelle Zinspolitik gepaart mit der Inflation erhöhen diese Ängste. 

Laut Experten der Citigroup sei im Fall einer globalen Rezession bei Rohöl mit einem Preisrückgang auf 65 US-Dollar pro Barrel zu rechnen. Bis zum Ende des Folgejahres sogar mit einem Preissturz auf 45 Dollar. Daran könnten auch anhaltende Sanktionen gegen Russland nichts ändern, die für gewöhnlich den Preis von Rohöl stützen.

Analysten von JP Morgan warnen hingegen von explodierenden Ölpreisen in Höhen von bis zu 380 US-Dollar pro Barrel. Dieses Szenario sei besonders zu erwarten, wenn in Russland, infolge der Sanktionen, weniger Öl produziert wird. Laut der Großbank könnte Russlands Haushalt eine Minderung der Ölfördermenge von fünf Millionen Barrel am Tag aushalten, was als Rache für die Sanktionen des politischen Westens genutzt werden könne. Angesichts des weiterhin stabilen Ölverkaufes an Indien und China scheint dieses Szenario zunächst nicht wahrscheinlich zu sein, doch die anhaltende Drohgebärde, die Russland in dieser Hinsicht jederzeit einnehmen kann, sorgt wohl auch zukünftig für volatile Preise an den Märkten. 

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