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Der Bedarf an Lithium wächst

Welchen Einfluss der hohe Lithiumbedarf auf die Preisentwicklung hat, wie viel gefördert wird und wofür es gebraucht wird. Ein Überblick.

© https://unsplash.com/photos/cFPTHl6s5uY

Noch nie wurde Lithium dringender gebraucht als heute. Der zunehmend steigende Bedarf nach dem Rohstoff ergibt sich aus dem Trend zur Elektromobilität, der weiten Verbreitung mobiler Elektronik und der wachsenden Nachfrage nach Energiespeichern für die erneuerbaren Energien. Laut EU-Prognosen wird allein Europa 2050 rund 60-mal so viel Lithium wie heute benötigen. 

Ein Hauptteil dieses Bedarfs entfällt auf Lithium-Ionen-Batterien, die vor allem in mobilen Anwendungen benötigt werden. Obwohl bereits an Alternativen geforscht wird, gelten sie aufgrund ihrer hohen Energiedichte und der guten Wiederaufladbarkeit bisher als unverzichtbar. Laut Angaben der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) entfiel im Jahr 2016 nur 38% des weltweiten Lithiumbedarfs auf solche Akkus, doch bereits 2021 lag der Anteil bei über 70%.

Gerade die Umrüstung der Automobilindustrie auf Elektromobilität gilt als großer Treiber dieser Entwicklung. Pro Akku werden zehn bis zwölf Kilo Lithium benötigt, wodurch der Rohstoffbedarf entsprechend ansteigt. Nach Schätzungen des Ökoinstituts könnten allein die deutschen Automobilkonzerne und Fabriken zur Herstellung der Batterien bis 2030 rund 160.000 Tonnen Lithium benötigen, was der doppelten Menge der heutigen weltweiten Jahresproduktion entspräche. 

Die globale Fördermenge von Lithium lag, nach Angaben der DERA, im Jahr 2021 bei etwa 82.000 Tonnen. Doch nur die Hälfte der abgebauten Lithiumsalze wiesen eine Verunreinigung von weniger als 0,5% mit anderen Metallen auf. Nur ein solcher Reinheitsgrad gilt für Batterien als verwendbar („Battery Grade“). Um den zukünftigen globalen Bedarf zu decken, so die DERA, wird eine Steigerung der Förderung um das Drei- bis Sechsfache in den kommenden Jahren vonnöten sein.

Darüber hinaus wird Lithium aufgrund der hohen Nachfrage immer teurer. 2021 kam es zu einem explosiven Anstieg des Preises um 240%. Laut Expertenmeinungen wird dieser Trend aufgrund der wachsenden Nachfrage weiter ansteigen, da sich die Nachfrageprognosen und die derzeitigen Fördermengen immer weiter voneinander entfernen.

Die weltweiten Lithium-Vorkommen werden laut US Geological Survey auf mindestens 87 Millionen Tonnen geschätzt. Die größten Vorkommen sind weltweit verstreut. 50 Millionen Tonnen liegen im sogenannten „Lithiumdreieck“ in Südamerika, 6,4 Millionen Tonnen befinden sich unter der Erde von Australien und China werden etwa fünf Millionen Tonnen Lithium vermutet. Die größten Vorkommen Europas liegen mit 2,7 Millionen Tonnen in Deutschland. Doch sind diese Ressourcen bisher kaum erschlossen, sodass die benötigten Mengen Lithium noch fast vollständig in die Bundesrepublik importiert werden müssen.

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