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Pump & Dumps an Kapitalmärkten

Hohe Kursschwankungen sorgen für Absturzkandidaten. Warum der Aktienmarkt zum Spielzimmer für Shortseller wird.

Bed Bath & Beyond, AMC Entertainment oder auch Gamestop: Die Liste der hoch volatilen Wertpapiere wächst. Schwankungen, die man normalerweise nur von unregulierten Märkten wie dem Kryptomarkt kennt, scheinen sich zu häufen. Es bahnt sich ein regelrechter Kampf zwischen Leerverkäufern und privaten Investoren an, wodurch Kursschwankungen zur Normalität werden.

“Es sieht so aus, als gäbe es eine Menge Feuerwerk - es gibt viel Bewegung. Wenn Sie auf Glücksspiele stehen und das mögen, dann gehen Sie ruhig hin”, erklärt Jeremy Siegel dem Finanzdienst Bloomberg. Der Finanzprofessor von der Wharton School sagt zudem, dass es für jüngere Anleger in Ordnung sei, zehn bis 15 Prozent des Portfolios mit hochvolatilen Meme-Aktien zu füllen.

Zur Information

Meme-Stocks sind Wertpapiere, die ihre Popularität durch soziale Medien erhalten haben. Nutzerinnen und Nutzer schmücken dabei ihre Kommentare mit kleinen Bildchen (Memes) und Emojis. Sogenannte Meme-Aktien erlangten besonders durch Gamestop und Bed Bath & Beyond an Popularität: An den Aktienmärkten ist ein regelrechtes Pump & Dump vollzogen haben, bei dem, meist junge Aktionäre, eine Aktie künstlich in die Höhe getrieben haben. Das Ergebnis: Der Aktienkurs schießt kurzfristig in die Höhe und crasht anschließend. 

Pump & Dump: Ein “Pump & Dump” ist die Bezeichnung für einen manipulierten Markt. Bei diesem Vorgang werden die Preise eines Vermögenswertes, beispielsweise einer Aktie oder einem digitalen Krypto-Token, künstlich in die Höhe getrieben. Anschließend werden die Unternehmensanteile gleichzeitig zu dem höher erzielten Preis verkauft, sodass der Handelspreis rapide fällt. In regulierten Märkten wie dem Aktienmarkt sind solche Vorgänge im Regelfall eine Seltenheit, da Marktmanipulationen verboten und von der Börsenaufsicht geahndet werden. 

Shortseller versus Privatanleger

Ein weiteres Phänomen ist der Kampf zwischen Shortsellern, die auf einen fallenden Preis spekulieren, und Privatanlegern, die auf einen Aufwärtstrend hoffen. Im Fokus stehen kriselnde Unternehmen, die massiv unter Druck stehen. Durch die Leerverkäufe und das gleichzeitige Kaufen von Unternehmensanteilen kommt es zu enormen Schwankungen an den Börsen. Es ist keine Seltenheit mehr, dass sich Wertpapiere innerhalb kurzer Zeit versechsfachen. 

Fazit

Die Aktienkurse werden durch Marktmanipulation und den Optionshandel weiter verschärft. Kursgewinne sind dabei nur von kurzer Dauer, da Nachfrage und Kurs sich zu weit vom fundamentalen Kurs entfernt haben. Aktien, die nur aufgrund eines Trends steigen, sollten keine Grundlage im Portfolio sein. Sollte die Rally wie bisher weitergehen, wird die Zahl der Abstiegskandidaten vermutlich weiter steigen und den Aktienmarkt mehr unter Druck setzen.

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