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Meta Platforms Inc.
WKN A1JWVX

Erneuter Rückschlag für Meta

Welche Pläne den Tech-Riesen vor der Krise bewahren sollten und warum diese Taktik bisher nicht aufgeht. Ein Überblick.

Metas Feldversuch in Brasilien WhatsApp als neuen Bezahldienst zu etablieren ist vorerst gescheitert. Brasilien stellt für WhatsApp den weltweit zweitgrößten Markt dar. Dort sollte bereits Ende letzten Jahres im Messenger-Dienst eine Payments-To-Merchant-Funktion (P2M) integriert werden, doch Probleme mit Zahlungspartnern haben diese Pläne durchkreuzt. Damit muss das Tech-Unternehmen Meta (WKN: A1JWVX ; ISIN: US30303M1027) einen weiteren herben Rückschlag verkraften. 

Brasilien sollte der erste Testlauf für einen Vorstoß von Meta sein, zukünftig E-Commerce auf den hauseigenen Plattformen anzubieten. Der Social-Media-Konzern ist derzeit auf der Suche nach neuen Einkommensquellen, da die bisherigen Standbeine, Facebook und Instagram, eine rückläufige Nachfrage erleben. Damit steht das werbebasierte Geschäftsmodell, trotz eines Jahresumsatzes von 118 Milliarden US-Dollar, zunehmend unter Druck. 

Vor Ort war Meta jedoch zum einen nicht in der Lage lokale Unternehmen zu finden, die solche Zahlungen abwickeln (sog. Merchant Acquirer) und zum anderen fehlt dem Dienst eine entsprechende Genehmigung der brasilianischen Zentralbank. Laut Insidern hatte WhatsApp den Zahlungsdienstleistern zu niedrige Gebühren für ihre Dienste geboten. Die Merchant Acquirer fürchten darüber hinaus, dass der Mutterkonzern rechtliche Zuständigkeiten für dieses Projekt auf sie abwälzen könnte. Laut der brasilianischen Zentralbank ist es nämlich nicht eindeutig, ob kleine Unternehmen, im Fall dass es Probleme mit den Zahlungen gibt, Regressansprüche direkt gegenüber Meta erheben können.

Insider betonen indes, dass es keinerlei technische Probleme gäbe und die gesamte Infrastruktur für den Vorstoß ins E-Commerce-geschäft bereits vorhanden sei. Das Unternehmen arbeite weiter mit lokalen Behörden und Partnern zusammen, um das Projekt zu realisieren. Aus diesem Grund könne man aktuell keine weiteren Auskünfte über regulatorische und kommerzielle Aspekte gegeben. Auch die größten Acquirer des Landes, Cielo, Rede und Getnet, veröffentlichten bisher keine Stellungnahme. 

Laut Meta-CEO Mark Zuckerberg würde es die Einführung von E-Commerce ermöglichen weitere Daten über Kunden zu sammeln und damit Werbemaßnahmen zu optimieren. Metas globales Kryptowährungsprojekt wurde Anfang des Jahres eingestellt, nachdem US-Aufsichtsbehörden dem Projekt, aufgrund von Bedenken bezüglich der Währungsstabilität und des Wettbewerbs, keine Genehmigung erteilt hatten.

In Indien und Brasilien hat WhatsApp bereits mit sogenannten Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P) Geldtransfers zwischen Privatpersonen möglich gemacht. Aufgrund von Bedenken seitens der Aufsichtsbehörden gingen beide Initiativen verspätet an den Start. In Brasilien wurde die P2P-Zahlung wenige Tage nach Inkrafttreten des Dienstes kurzfristig eingestellt, da die brasilianische Zentralbank Bedenken bezüglich der Effizienz, des Datenschutzes und des Wettbewerbs geäußert hatte. Erst ein Jahr später konnte Meta das Projekt fortsetzen. 

Für die P2M-Zahlungen sind jedoch besagte Acquirer nötig, bevor die Zentralbank über die Zulassung des Dienstes entscheidet. Aus Wettbewerbsgründen muss Meta aber mit mehreren Acquirern zusammenarbeiten.

Laut Vertretern der brasilianischen Zahlungsdienstleistungsbranche besteht die Möglichkeit, dass die Zentralbank ihr eigenes Sofortzahlungssystem Pix vor der Konkurrenz aus dem Silicon Valley schützen will. Das System wurde im November 2020 eingeführt und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Die Zentralbank selbst äußert sich jedoch nicht bezüglich der Genehmigungsverfahren.

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