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Kernenergie im Zeichen der Nachhaltigkeit?

Die Kontroverse um die “grüne” Energiegewinnung

Die globale Erderwärmung ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Während in zahlreichen Ländern der Erde der Ausstieg aus der Kohlekraft umgesetzt wird und auf erneuerbare Energien wie Windkraftwerke gesetzt wird, erfahren Atomreaktoren einen neuen Aufschwung. Obwohl Tschernobyl und Fukushima sinnbildlich für zwei der schlimmsten Nuklearkatastrophen stehen, versuchen viele Staaten durch Atomkraftwerke ihre Klimaziele umzusetzen. 

Green Deal

Am 11. Dezember wurde von der EU-Kommission unter Ursula von der Leyen der European Green Deal vorgestellt. Dieser sieht vor, die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf Null zu reduzieren. Damit wäre Europa der erste klimaneutrale Kontinent. Entsprechende Maßnahmen werden in den Bereichen Finanzmarktregulierung, Energieversorgung, Verkehr, Handel, Industrie und Land- und Forstwirtschaft umgesetzt. 

Die Kontroverse

Am 14. März 2011 beschloß der deutsche Bundestag, alle deutschen Atomkraftwerke, die bis einschließlich 1980 in Betrieb gegangen waren, abzuschalten. Ausschlaggebend für die Abstimmung war die Nuklearkatastrophe in Fukushima vom 11. März 2011. Spätestens am 31. Dezember 2022 werden die letzten drei Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 in Deutschland heruntergefahren. Abgesehen von den genannten Katastrophen ergeben sich durch die Kernfusion enorme Risiken. Kernkraftwerke können für Kernwaffenprogramme genutzt werden, die im Betrieb entstandenen Spaltprodukte können noch über Millionen Jahre radioaktiv sein und die Endlagerung garantiert keine vollständige Sicherheit.

Währenddessen betreibt Frankreich mehr als 50 Reaktoren, weitere seien in der Planung. Damit generiert Deutschlands Nachbarland knapp 70 Prozent des Stroms aus Atomkraft. Bis 2030 sollen im Zuge des Investitionsplans “Frankreich 2030” eine Milliarde Euro in die Kernspaltung gesteckt werden. Trotz des Risikos gilt das Land unter Präsident Emmanuel Macron als großer Befürworter der Kernenergie und möchte so seiner Bevölkerung grünen und günstigen Strom zusichern. 

Nachhaltigkeitsdebatte

Vergleicht man nun die Kernenergie mit anderen Energiequellen, so schneidet diese aus klimapolitischer Sicht besser ab. Demnach ist die CO2-Bilanz von Atomkraftwerken auf gleicher Stufe mit Windkraftanlagen (11-12 Gramm pro kWh) und besser als Solarpaneles auf Dächern (41 Gramm pro kWh) oder Solarparks (48 Gramm pro kWh). Nicht zu vernachlässigen ist, dass Solar- und Windkraftanlagen Wetter und Klima abhängig sind, wodurch sich Kernkraft als Ersatzenergiequelle eignet. 

Uranproduktion und Chartanalyse

Im Bereich Uranproduktion- und Vertrieb gehört Cameco Corp. (ISIN: CA13321L1085 ; WKN: 882017) zu den bekanntesten und größten börsennotierten Vertretern dieser Branche. Innerhalb der letzten Woche ist der Wert um über 28 Prozent von knapp 17,43 Euro auf 22,38 (Stand: 02.03.2022) gestiegen. Im 52-Wochen Trend konnte das kanadische Unternehmen einen Anstieg von über 55 Prozent verzeichnen. Jedoch haben die Wertpapiere nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima über 50 Prozent an Wert verloren. 

Fazit und Prognose

Die geführte Kontroverse hat ihre Legitimation. Kernenergie kann aufgrund ihrer guten CO2-Bilanz durchaus mit anderen grünen Energiequellen konkurrieren. Möglicherweise kann so Atomkraft als Ersatzenergiequelle genutzt werden, um Defizite in der Solar- und Windtechnik auszugleichen. Jedoch ist nicht zu vernachlässigen, dass auch modernste Atomkraftwerke nicht absolut sicher vor Naturkatastrophen oder menschlichem Versagen sind. 

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