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Inflationsbekämpfung, NATO-Sanktionen und Kryptowährungen

Die Herausforderungen der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik - Sind die Notenbanken machtlos im Kampf gegen die Inflation?

Seit Ende letzten Jahres befindet sich die globale Weltwirtschaft in einem Wandel. Durch den Einbruch des Bitcoins, den Fall vieler Tech-Aktien und der Rezession von Indizes ging eine Zäsur durch die Geldpolitik. Hohe Inflationsraten, eine regulierende Leitzinspolitik und der Krieg in der Ukraine stürzten die Welt ins Ungleichgewicht. 

Inflation und Geldpolitik:

Bert Flossbach, Gründer, Vorstand und Fondsmanager bei Flossbach von Storch, erklärte in einem Interview, dass den Notenbanken ein Offenbarungseid droht. 

Zur Information: Ein Offenbarungseid ist ein Eid, mit dem ein Schuldner, auf Verlangen des Gläubigers, erklärt, seine Vermögensverhältnisse wahrheitsgemäß dargelegt zu haben und nicht in der Lage zu sein, seiner Zahlungspflicht nachzukommen. 

Laut Flossbach seien die Notenbanken nicht handlungsfähig in Bezug auf die Inflationsbekämpfung: “Zwar werden die Notenbanken alles tun, um den Anschein zu erwecken, sie seien handlungsfähig. Doch wenn sie so handeln würden wie beschrieben, wäre das eine Katastrophe. Es wird bei den Lippenbekenntnissen bleiben”. Der Fondsmanager rät Verbrauchern dazu, ihr Geld in Aktien und Gold anzulegen, um der Inflation entgegenzuwirken. Jedoch unterliegen viele Sparer der Nominalwertillusion, bei der das Geldvermögen in Sichteinlagen stabil bleibt, die Kaufkraft allerdings rapide abnimmt. 

Deutsche Verbraucher von Sanktionen gegen Russland betroffen

Die VTB Direktbank ist das zweitgrößte russische Geldinstitut und befindet sich zu knapp 60 Prozent in russischem Staatsbesitz. Die Bank besitzt ihren Hauptsitz in Sankt Petersburg, verfügt jedoch auch über Repräsentanzen in Frankfurt am Main und Wien. Sie operiert von Moskau aus und fungiert als Universalbank. Aufgrund des russischen Angriffskrieges ist sie auch von den westlichen Sanktionen gegen Russland betroffen, was auch in Deutschland für Schwierigkeiten sorgt:  Verbraucher gelingt es nicht, auf ihr Konto zuzugreifen. Zahlreiche deutsche Banken lehnen Überweisungen des russischen Geldinstitutes ab. Laut Finanzaufsicht Bafin darf die VTB Direktbank auch keine Einlagen mehr aufnehmen. 

Zahlungsausfall in Russland

Das Moskauer Finanzministerium erklärte, die fälligen Zinsen im Umfang von 117 Millionen Dollar für zwei Dollar-Anleihen angewiesen zu haben. Demzufolge solle das Geld an ein Geldinstitut weitergeleitet werden, die dieses anschließend an die Investoren weiter geben. Bisher sind jedoch keine Informationen offen darüber bekannt, ob das Geld bei der entsprechenden Bank angekommen sei. Auch in diesem Fall zeigen sich die Sanktionen der westlichen Staaten, die den internationalen Geldtransfer mit Russland erschweren. 

Kryptowährungen im Fokus der EU-Behörden

Sowohl drei europäische Regulierungsbehörden als auch die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (Eba), die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Esma) sowie die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) warnen vor höchst riskanten und spekulativen Kryptowährungen. Die Werbung für diese Vermögenswerte seien irreführend, unvollständig und unklar, wodurch Investoren einem enormen Risiko ausgesetzt seien. 

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