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Flächendeckende Ladeinfrastruktur in absehbarer Zeit?

Wie Ölkonzerne und Tankstellenbetreiber an der Elektrifizierung der Mobilität teilhaben wollen. Ein Überblick.

© https://unsplash.com/photos/9eLBz_H5aso

Angesichts der zunehmenden Elektrifizierung der Mobilität nimmt, mit etwas Verzögerung, der Ausbau der Ladestationen deutschlandweit zu. Der Bundesnetzagentur zufolge wurden Anfang Dezember 2021 über 50.000 öffentliche Ladestationen gemeldet. Im Vorjahresmonat waren es noch 11.600 Stationen weniger. Damit könnten große E-Ladeparks in Zukunft den herkömmlichen Tankstellen zunehmend Konkurrenz machen. 

Doch auch einige Tankstellenbetreiber erkennen das Potenzial der E-Ladesäulen und bauen ihr Angebot dahingehend aus. So betreibt das Mineralölunternehmen BP mittlerweile neben den 2400 Aral-Tankstellen auch 540 E-Ladepunkte in Deutschland. Weltweit sind es schon 12.000 Ladepunkte neben 20.000 Tankstellen. Beim Ausbau von Ladestellen an Tankstellen und weiteren vielbefahrenen Orten wolle man noch schneller arbeiten, um die deutschlandweite Verfügbarkeit derselben an die wachsende Anzahl von E-Autos anzupassen, so ein Pressesprecher von BP. Die wachsende Nachfrage zeigt sich daran, dass das Unternehmen  im Dezember letzten Jahres  24-mal so viele Kilowattstunden verkauft hat wie noch im Januar, während das Netz im gleichen Zeitraum nur um das fünffache gewachsen ist. In der Bundesrepublik hat BP bereits etwa 80 Tankstellen auch mit Schnellladesäulen ausgestattet, die es erlauben, Akkus von E-Autos schneller aufzuladen. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, dass dieser Vorgang in Zukunft so schnell und einfach wie herkömmliches Tanken sein soll. Darüber hinaus stattet es auch Firmenstandorte und Parkplätze mit Ladesäulen aus.

Das französische Mineralölunternehmen TotalEnergies betreibt an seinen 1200 Tankstellen in Deutschland lediglich 14 Schnellladesäulen. Man wolle dieses Angebot  jedoch in den kommenden Jahren schneller ausbauen,teilte das Unternehmen mit. An 22 Tankstellen werde die Ladeinfrastruktur von Drittanbietern angeboten. Darüber hinaus betreibt TotalEnergies 3000 Ladepunkte außerhalb von Tankstellen.

Der Ölkonzern Shell geht davon aus, dass zukünftig lediglich jeder fünfte Ladevorgang an Tankstellen vonstatten gehen wird. Hauptsächlich würden die Fahrzeuge dann zuhause, auf Parkplätzen oder bei der Arbeit aufgeladen werden. Deswegen plant Shell zukünftig Ladeinfrastruktur auf den Parkplätzen von Rewe und Penny zu bauen. Bisher betreibt das Unternehmen 110 eigene Ladesäulen und 2000 Tankstellen in Deutschland. 

Noch sind aber andere Unternehmen Spitzenreiter im Ausbau der Ladeinfrastruktur. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft betreibt EnBW, nach Zahlen des vergangenen Augusts, über 4300 Ladepunkte in Deutschland. EWE Go und Allego melden jeweils um die 2000 Ladepunkte und auch die Stadtwerke München sind mit 1200 Ladestationen ein Wegbereiter des breiten Ladeinfrastrukturausbaus in Deutschland.

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