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Gewinne trotz Börsenpanik

Warum der VDax eine wichtige Orientierungsmöglichkeit ist und wie mit Discount-Zertifikaten trotz schlechter Stimmung an den Märkten Gewinne gemacht werden können. Ein Überblick.

Laut Börsenexperten gibt es am Ende langer Abwärtstrends einen finalen Ausverkauf, nach welchem die Kurse wieder zu steigen beginnen. Anleger flüchten dann von den Märkten um ihr Geld zu retten, Experten sehen aber Chancen, um den beginnenden Aufwärtsschwung für sich zu nutzen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der VDax, das sogenannte Angstbarometer der Börse, der künftige Schwankungen an der Börse anzeigt. Je höher der VDax, desto höher die zu erwartenden Schwankungen. 

Derzeit notiert der VDax bei über 30, was einem nervösen Handel entspricht. Unterhalb von 20 gelten die Börsenphasen als ruhig. Sein bisheriges Rekordhoch erreichte der VDax im März 2020 bei einem Rekordhoch von 92.

Analysten von HSBC Deutschland haben den Zusammenhang von Volatilitätsspitzen und Renditechancen untersucht und sind zum Ergebnis gekommen, dass es sich für Anleger in neun von zehn Fällen lohnt bei einer hohen Volatilität auf den steigenden Dax zu setzen. Der Leiter der technischen Analyse bei HSBC Deutschland, Jörg Scherer, betont, dass Anleger Volatilitätssprünge als Chance begreifen sollten, da sie voraussichtlich langfristig belohnt werden würden. Die Analysten nahmen Volatilitätsspitzen von 2008 bis 2020 als Einstiegssignale. In diesem Zeitraum lag der VDax zehnmal bei 40 oder darüber. Die Messung begann stets zu einem Wert über 40 zum Monatsende. Die Position wurde jeweils ein Jahr später geschlossen. 

Deutlich wird dieses Vorgehen anhand des Frühjahrs 2020. Ende Februar stieg die Volatilität auf über 40 bei einem Dax-Stand von 11.963 Punkte. Höhepunkt des Crashs war im darauffolgenden März bei 93 und einem Leitindexabsturz auf 8255 Punkte. Ende Februar des Folgejahres hatten Anleger jedoch ein Plus von 16% gemacht. Bei allen großen Crashs lag der VDax stets über 50, neben der Coronakrise auch zu Zeiten des Platzens der Technologieblase zu Beginn des Jahrtausends oder auch während der Finanzkrise 2008. Auch jetzt ist aufgrund der Rezessionsangst mit einem VDax-Wert von über 50 zu rechnen, bevor es zu einer Trendwende kommt.

Das bedeutet gleichzeitig tiefere Dax-Kurse. Zwar rutschte der Dax am Dienstag unter sein Jahrestief, der VDax notiert jedoch knapp über 30. Eine Ausverkaufpanik ist noch nicht zu spüren. Auch während des Kursrutsches Anfang März stieg der VDax nicht über 50, sondern verharrte bei 48. Womöglich markiert der September einen Wendepunkt. Traditionell handelt es sich dabei um einen schwachen Börsenmonat, zudem könnte in diesem Zeitraum die Rezession bereits feststehen. 

Im ersten Quartal konnte die deutsche Wirtschaft noch zulegen. Rund 3,7% im Vergleich zum Vorjahr und 0,2% zum Vorquartal. Ein schwächeres Frühjahrs- und Sommerquartal würde im September eine Rezession bedeuten, womit sich klassische Angstmuster wiederholen könnten. Bei einem VDax über 50 zu kaufen bedeutet zukaufen, wenn die Stimmung am Markt schlecht ist. Wer in dieser Zeit kaufen will, sollte sich weniger am Dax als am VDax orientieren. 

Wer mit geringerem Risiko investieren will, kann statt eines Dax-Indexzertifikates oder eines -Indexfonds Discount-Zertifikate kaufen, die einen preiswerten Einstieg ermöglichen. Wegen des Discounts sind die Renditechancen bereits im Voraus begrenzt, bieten aber auch weniger Verlustrisiko. Würde man bei einem Dax-Stand von 12.800 einen Discounter mit einjähriger Laufzeit und einem Cap von 12.800 kaufen, kostete dieser nur 115 EUR. Bei einem Bezugsverhältnis von von 1 zu 100 entspricht das einem Dax-Stand von 11.500 Zählern, also einem Abschlag von 9,1%. Am Ende der Laufzeit wird der Dax-Stand, bis Maximal 128 EUR ausgezahlt, was einer Rendite von elf Prozent entspricht. Nur wenn der Dax unter 11.500 Punkten steht, wird Verlust gemacht. Die Besonderheit ist: Je höher die Volatilität, desto höher ist der Rabatt auf Discount-Zertifikate. 

Je niedriger der gewählte Maximalbetrag ist, desto niedriger ist auch das Risiko, ebenso aber die Rendite. Wirksam waren zuletzt die im Januar vorgestellten Derivate, als der Dax bei 15.500 Punkten notierte. Die Put-Optionen hätten bisherige Depotverluste abgesichert und die vier Reverse-Bonus-Zertifikate haben ihre maximalen Gewinne bereits erreicht. 

Nur drei Discounter lagen im Minus, wenngleich weniger als der Dax. Dieser hat seitdem 19% verloren, der Discounter mit dem höchsten Risiko und einem Cap von 14.000 Punkten nur acht Prozent. Derjenige mit dem niedrigsten Risiko und einem Cap von 13.500 Zählern nur fünf Prozent. 

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