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Deutsche Bank
WKN 514000

Die ehrgeizigen Ziele der Deutschen Bank

Wie Christian Sewing die Deutsche Bank aus der Krise holte, welche Zukunftsaussichten er den Aktionären stellt und wie sich der Ukraine-Krieg auf die Bank auswirkt.

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing verkündete am Investorentag des Frankfurter Bankhauses, dem sogenannten Deep Dive, ehrgeizige Ziele. Nach der teils radikalen Umstrukturierung der Deutschen Bank, soll nun das Wachstum forciert werden. Die Einnahmen sollen sich nun jährlich um 3,5 bis 4,5 Prozent steigern, sodass sich die Erträge bis 2025 auf etwa 30 Milliarden EUR belaufen. Schon in diesem Jahr sollen die Einnahmen bis zu 27 Milliarden EUR betragen. Auch die Aufwand-Ertrag-Relation soll künftig auf weniger als 62,5 Cent pro Euro schrumpfen. Im letzten Jahr belief sich diese Relation noch auf 84,6 Cent pro Euro.

Für Investoren und Aktionäre sollen sich diese Zukunftsaussichten lohnen. Das materielle Eigenkapital der Deutschen Bank soll, nach Steuern, zukünftig bis zu zehn Prozent Rendite abwerfen. Noch in diesem Jahr wird eine Rendite von acht Prozent angestrebt. Ein deutlicher Zuwachs zu den 3,8 Prozent des Jahres 2021.

Sewing erklärte, dass die neue Strategie der Deutschen Bank ein nachhaltiges Wachstum und höhere Kapitalausschüttungen an die Aktionäre beabsichtige. Die den Aktionären zuzuschreibenden Nachsteuergewinne sollen ab 2025 zu jeweils 50% ausgeschüttet werden. Die Strategie ermögliche es ferner für die Jahre 2021 bis 2025 bis zu acht Milliarden EUR an die Aktionäre auszuschütten und gleichzeitig weiter in die Geschäftsbereiche der Bank zu investieren. 

Als Sewing im Frühjahr 2018 seinen Posten antrat, schien eine solch vielversprechender  Kurs für die Deutsche Bank, gezeichnet von Skandalen und Milliardenverlusten, unvorstellbar zu sein. Anders als andere Bankhäuser, die sich dem Wachstum verschrieben haben, erging sich zu jener Zeit das Management der Deutschen Bank in Rechtsstreitigkeiten und internen Machtkämpfen, während das Unternehmen unter mangelndem Kapital und einer dysfunktionalen Kostendisziplin litt. 

Bis Juli 2019 schien sich diese Situation auch unter der Führung Sewings nicht zu verbessern, bis dieser die “Compete to Win”-Strategie ausrief, infolge derer er radikal Kosten kürzte, sich nahezu vollständig aus dem Aktienhandel zurückzog und das Investmentbanking neu formierte. Er betonte, dass man sich auf die Stärken des Hauses besinnen wolle und sich damit beinahe von selbst ein Aufwärtstrend einstelle. 2021 konnte die Deutsche Bank das beste Jahresergebnis seit 2011 verzeichnen. Mit 2,5 Milliarden EUR Gewinn war die Bilanz viermal so hoch wie im ersten Corona-Jahr. Dennoch sieht Sewing weitere Spar- und Optimierungsmöglichkeiten in Höhe von 2 Milliarden EUR, die sich vor allem im Heimatmarkt umsetzen lassen.

Doch in Zeiten des Ukraine-Krieges sind die Unsicherheiten groß. So besteht derzeit bei allen europäischen Banken die Sorge vor faulen Krediten. Der Finanzvorstand der Deutschen Bank, James von Moltke, weist auf das begrenzte Engagement in Russland hin, was die Risiken überschaubar halte. Dennoch beschäftigt das Unternehmen 1300 IT-Mitarbeiter in Moskau und St. Petersburg, deren Verbleib noch zu klären ist.

Alexandra Annecke, Fondsmanagerin bei Union Investment, gibt zu bedenken, dass die Auswirkungen des Krieges auf die Banken derzeit schwer abzusehen sind. Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch am vergangenen Donnerstag hat sich die Deutsche Bank- Aktie (WKN: 514000 ; ISIN: DE0005140008) jedoch wieder gut erholt.

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