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thyssenkrupp AG
WKN 750000

Der Ukraine-Krieg hemmt Thyssen-Krupp

Warum das Unternehmen vorerst keine Vorhersagen zu Zukunftsplänen machen kann und wie sich die Rohstoffpreise auf das Geschäft auswirken.

Der Ukraine-Krieg ist auch für die Thyssen-Krupp AG (ISIN: DE0007500001 ; WKN: 750000) spürbar. Aufgrund der ökonomischen Auswirkungen des Konfliktes wagt der Essener Konzern keine Prognose, ob eine Abspaltung des Stahl-Geschäftes tatsächlich umsetzbar ist. Das Unternehmen hat darüber hinaus einen Teil der im Februar angekündigten Jahresziele ausgesetzt.

Das Unternehmen teilte am Mittwochabend mit, dass die wirtschaftlichen Folgen der russischen Invasion der Ukraine einen solchen Einfluss auf die Geschäftsbedingungen des Unternehmens hätten, dass derzeit, trotz der guten Zukunftsperspektiven der Sparte, keine Aussage zur Machbarkeit einer Verselbstständigung des Stahlgeschäftes möglich sei.

Wenngleich eine Abspaltung die bevorzugte Strategie bleibe, wolle man diese Entscheidung nicht überstürzen. Finanzchef Klaus Keysberg sagte im Februar, dass man noch Klarheit über Rahmenbedingungen, Förderprogramme und dergleichen brauche, weswegen man sich die dafür nötige Zeit nehmen wolle.  

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22 belief sich im Februar auf einen Ebit (Ebit: Bereinigter operativer Ertrag) von 1,5 bis 1,8 Milliarden EUR und einen Jahresüberschuss von über einer Milliarden EUR. Für den Free Cashflow vor M&A (Die Menge an liquiden Geldmitteln, die vor den Kosten von Transaktionen im Unternehmen, wie in diesem Fall der Abspaltung eines Unternehmensbereiches, vorhanden sind) wurde ein ausgeglichener Wert angekündigt. 

Obwohl die Umsätze von Thyssen-Krupp in Russland und der Ukraine weniger als einen Prozent zum Gesamtumsatz des Unternehmens beitragen, so würden sich die gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Folgen des Krieges negativ auf das Geschäft auswirken, hieß es seitens des Unternehmens. Der Umfang dieser Folgen sei bisher jedoch noch nicht absehbar. Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Rohstoffpreise setzte der Konzern schließlich die Prognose für den Free Cashflow vor M&A für das laufende Jahr aus. 

Die ersten negativen Auswirkungen seien im März auf im Stahl- und Autozuliefergeschäft spürbar gewesen. Laut Vorstand sei es aber zu erwarten, dass das bereinigte Ebit die 378 Millionen Euro des ersten Quartals im zweiten Quartal noch übertreffen werde. Jedoch werde die Belastung des Free Cashflow vor M&A durch die negative Preisentwicklung stärker ausfallen als erwartet.

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