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Siemens
WKN 723610

Anleger meiden Siemens-Aktien

Infolge der Ukrainekrise hat Siemens im zweiten Quartal, trotz eines relativ soliden Geschäfts, mit einer rückläufigen Marge, flüchtigen Anlegern, einer geringen Profitabilität und skeptischen Experten zu kämpfen.

Siemens-Vorstandschef Roland Busch kündigte am Donnerstag, als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine, den Rückzug des Unternehmens aus Russland an. Insgesamt bedeutet dies für Siemens (WKN: 723610 ; ISIN: DE0007236101) Wertminderungen in Höhe von 600 Millionen EUR, die sich vor allem in der Bahntechniksparte Mobility ergeben. 

Das Ergebnis der industriellen Geschäfte verringerte sich im zweiten Quartal um 13% auf 1,8 Milliarden EUR. Der Umsatz wuchs um 16% auf 17 Milliarden Euro, wobei die Marge von 14,7 auf 11,0% zurückging. Das Ergebnis pro Aktie vor der Einberechnung des Kaufpreises neu erworbener Unternehmen (Kaufpreisallokation) belief sich, vor den russlandbezogenen Belastungen, auf 2,21 EUR und inklusive der zahlungswirksamen Aufwendungen auf 1,50 EUR. Analysten sind von einer Marge von 15% und von einem Aktienergebnis von 2,15 EUR vor Kaufpreisallokation von ausgegangen.

Busch betont, dass das Geschäft, trotz des schwierigen Umfelds, stark sei. Das Unternehmen bestätigte die Jahresprognose 2021/22, nach der der Gewinn pro Aktie von derzeit 8,32 Euro auf bis zu 9,10 Euro zulegen soll. Dies ermöglichen Verkaufserlöse in Höhe von 1,5 Milliarden EUR, die sich aus den Verkäufen von Yunex Traffic, der Brief- und Paketlogistik sowie der Beteiligung an Valeo Siemens ergeben. 

Siemens geht im laufenden Jahr von einer Gewinnverbesserung um 2,1 bis 2,3 Milliarden Euro aus, die sich durch den Verkauf von vier Tochterfirmen und diversen Beteiligungen ergibt. Allein der Verkauf von Yunex Traffic soll ausreichen um die Belastungen durch die Russlandsanktionen in Höhe von 600 Millionen EUR auszugleichen, so Finanzvorstand Ralf Thomas. Damit übersteigt der Gewinn die bisherigen Erwartungen, die sich auf 1,5 Milliarden EUR, wie im Vorjahr, beliefen. 

Busch weist aber darauf hin, dass sich aus dem Russland-Rückzug noch Kosten im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag ergeben könnten, etwa aus der Abwicklung von Tochtergesellschaften und Abschreibungen in der Finanzsparte SFS

Nach der Veröffentlichung der Zahlen des zweiten Quartals büsten die Aktien von Siemens 5,62% an Wert ein und sackten auf 110,24 EUR ab. Vor allem der russische Angriff auf die Ukraine belastet das Unternehmen deutlich, wie es sich in den Zahlen zeigt. Experten beurteilen diese von “solide” bis “durchwachsen”. Laut RBC-Experte Mark Fielding handelt es sich um eine unter den Prognosen liegende Gewinnentwicklung, die aber auch ohne die Ukrainekrise zu erwarten gewesen wäre. 

JPMorgan-Analyst Andreas Willi hebt die niedrige Margenentwicklung im Bereich Digital Industries negativ hervor und auch sein Kollege Lars Bronson von Barclays Research betont die wenig überzeugende Profitabilität des Unternehmens. Vor allem die Umstellung auf cloudbasierte Software-Abos hemme die Geschäfte im Bereich Digital Industries. Nicholas Green von Bernstein Research hält auch die Profitabilität weiterer Geschäftsbereiche, wie Smart Infrastructure und die Gesundheitstechnik-Tochter Siemens Healthineers für enttäuschend. Oft hervorgehobene starke Auftragseingänge konnten Anleger letztlich dennoch nicht überzeugen. 

Die Siemens Aktie befindet sich seit Anfang des Jahres im unteren Drittel des DAX, der selbst 15% verloren hat. Siemens hat seit seinem Rekordhoch im Januar bei 158 EUR pro Aktie an der Börse mehr als 30% an Wert verloren.

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