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Das sind die Wertpapiere mit der höchsten Dividendenrendite

Wie schneiden deutsche Aktien ab?

Hohe Cashflows, profitable Dividendenrendite und ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum -  diese Merkmale kennzeichnen sogenannte Dividenden-Aktien. Bei dieser Strategie profitieren die Aktionäre von den Gewinnen des Unternehmens. Erzielt die Aktiengesellschaft einen Bilanzgewinn, so wird ein Teil, bezeichnet als Dividenden, an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Teilnehmer der Aktiengesellschaft entscheiden in der jährlichen Hauptversammlung über die Höhe der Ausschüttung. Je Stammaktie wird ein Stimmrecht zugeteilt, der Vorstand und der Aufsichtsrat nehmen ebenfalls teil.  

Dividendenaktien können unter bestimmten Umständen auch als sogenannte “Value-Aktien” bezeichnet werden. Diese Unternehmen versuchen Dividenden an ihre Aktionäre auszuzahlen, da keine hohen Umsatzsprünge mehr zu erwarten sind. Value-Aktien haben ein geringes Wachstum, ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und hohe Cashflows. 

Demgegenüber stehen die sogenannten “Growth-Aktien”, welche sich durch ein hohes Wachstum, ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), einen niedrigen Cashflow, hohe Investitionen und niedrige Gewinne auszeichnen. Die Dividendenrendite fällt bei Wachstumsaktien gering aus, da die Unternehmen erwirtschaftete Gewinne reinvestieren. 

Warum Dividenden-Aktien einen Stammplatz im Portfolio haben sollten: 

Im vergangenen Jahr ist die Inflationsrate in den USA und in Europa rasant gestiegen, während sich viele Staaten gleichzeitig in einer Energiepreise befinden. Die Leitzinserhöhungen der US-Notenbank Fed trafen vor allem die Wachstumsaktien, die von einer hohen Performance abhängig sind. Value-Aktien sind für Anleger deutlich sicherer, da keine exorbitanten Gewinne erwartet werden. Der Bewertungsverlust fällt daher geringer aus. Einer der wohl bislang prominentesten Vertreter der Dividenden-Aktien ist Warren Buffett, Großinvestor, Unternehmer und Multimilliardär. Dieser investierte in unterbewertete Unternehmen und profitierte dementsprechend von den jährlichen Dividenden. So hält er beispielsweise knapp 10 Prozent von Coca-Cola, einer repräsentativen Value-Aktie. 

Die Top drei Aktien mit der höchsten Dividendenrendite im internationalen Vergleich: 

Uniper:

Die Uniper SE ist ein börsennotiertes Unternehmen, das sich 2016 von der Muttergesellschaft E.ON abgespalten hat. Der Düsseldorfer Konzern gehört mehrheitlich dem finnischen Energieunternehmen Fortum und ist an drei Atomkraftwerken in Finnland und Schweden und an einigen Kohlekraftwerken in Russland beteiligt. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat für wirtschaftliche Schwierigkeiten gesorgt: Durch reduzierte Gaslieferungen geriet das Unternehmen unter Druck, da vertragliche Lieferverpflichtungen weiter bestehen. Um den Liquiditätsbedarf zu decken, stellte Uniper am 08. Juli dieses Jahres beim Bund einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen, die am 22. Juli bewilligt wurden. Die Bundesregierung und der finnische Mutterkonzern Fortum einigten sich auf ein Stabilisierungspaket von 15 Milliarden Euro. Unter anderem wurde die Kreditlinie der staatlichen KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) für Uniper von zwei Milliarden auf neun Milliarden Euro erhöht. Außerdem erwirbt die Bundesrepublik Deutschland im Zuge einer Kapitalerhöhung um rund 267 Millionen Euro eine Beteiligung von etwa 30 Prozent an Uniper zum Nominalwert von 1,70 Euro pro Aktie.

Seit Jahresbeginn haben die Wertpapiere fast 93 Prozent an Wert verloren und werden gegenwärtig für 3,02 Euro gehandelt. Dennoch beträgt die Dividendenrendite für dieses Jahr knapp 44,92 Prozent, womit dieses Unternehmen an der Spitze aller Dividenden-Aktien steht.

TAG Immobilien:

Der zweite Platz geht ebenfalls an ein deutsches Unternehmen. Die TAG Immobilien AG ist im MDAX gelistet und ist auf die Akquisition, die Entwicklung und die Bewirtschaftung von Wohnimmobilien fokussiert. Das Hamburger Unternehmen konnte im Jahr 2021 einen Umsatz von 437 Millionen Euro verzeichnen, welcher alleine aus Mieterlösen stammt. Ende 2021 beschäftigte das Unternehmen insgesamt 1.390 Mitarbeiter und bewirtschaftete 87.576 Wohnungen. Das Immobilienvolumen betrug zum 31. Dezember 2021 6,4 Milliarden Euro. 59,6 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. 9,9 Prozent hält die MFS, die Massachusetts Financial Services Company, 8,1 Prozent die BlackRock Inc. und fünf Prozent die Flossbach von Storch AG. Die restlichen Anteile sind auf weitere Anteilseigner aufgeteilt. 

Ähnlich schlecht wie bei Uniper sieht die Wertentwicklung aus: Einen Verlust von knapp 75,29 Prozent musste das Unternehmen seit dem 03. Januar verzeichnen. Dennoch wurden 17,09 Prozent des Bilanzgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet. 

Aroundtown:

Die Aroundtown SA ist ein in Luxemburg ansässiges Unternehmen, welches sich auf Gewerbeimmobilien besonders in Deutschland und den Niederlanden spezialisiert hat. Mit einem gewerblichen Immobilienportfolio im Wert von etwa 25 Mrd. Euro ist Aroundtown SA eines der größten Gewerbeimmobilien-Unternehmen Deutschlands. Das Unternehmen ist seit Juni 2015 an der Börse und seit Juni 2017 im Frankfurter Prime Standard gelistet. Im September 2017 wurde Aroundtown in den SDAX der Deutschen Börse aufgenommen, im März 2018 in den MDAX.

Mit einer Dividendenrendite von 12,86 Prozent liegt das Immobilienunternehmen deutlich unter dem ersten Platz. Allerdings wurden seit Jahresbeginn auch nur Verluste von rund 54 Prozent eingefahren. 

Zu hohe Renditen als Alarmsignal? 

“Wenn die Rendite zu gut aussieht, um wahr zu sein, ist sie es in der Regel auch”, warnt der Investmentstratege Mark Peden von der Vermögensverwaltung des Versicherers Aegon. Wertpapiere mit zu hohen Dividenden können langfristig Schwächen aufweisen, die es als Anleger gilt, im Vorhinein zu erkennen. Selbst Dividendenrenditen bis zu acht Prozent gelten als trügerisch, da sie keine Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeit bieten. Die versprochenen Erträge würden bei sinkenden Kursen oftmals nicht eingehalten. 

Der Analyst Andreas Hürkamp erklärte dazu: “Hohe Dividenden und Dividendenrenditen bei sinkenden Aktienkursen sind eine Wette der Finanzmärkte darauf, dass sich die Geschäftsmodelle ändern, die Konzerngewinne sinken und die Unternehmen zu niedrigeren Ausschüttungen gezwungen werden”. Laut wallstreet:online liegt die Dividendenrendite für 2023 bei den 15 größten Dax-Unternehmen bei 3,99 Prozent  (Deutsche Bank) bis 8,49 Prozent (Vonovia).

Fazit

Sowohl Uniper als auch TAG Immobilien und Aroundtown glänzten in diesem Handelsjahr nicht gerade durch ihre Performance: Uniper steht nach wie vor unter Druck, Kraftwerke müssen im Zuge einer Verstaatlichung verkauft werden und die folgen des Krieges in der Ostukraine belasten weiter das Unternehmen. Auch die beiden Wohngesellschaften TAG Immobilien und Aroundtown kämpfen mit der Energiekrise, die das Wohnen und Mieten unattraktiver macht. Interessenten und Aktionäre sollten die Einzelwerte im Auge behalten: Bei einer möglichen Trendwende im Zuge von wirtschaftspolitischen Veränderungen könnten sich Einstiegsmöglichkeiten bieten. 

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