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Audis neue China-Strategie

Wie neue Partner und Konzepte überholte Strategien auflösen sollen.

Audi wird sein Chinageschäft grundlegend verändern. Zur schnellen Produktion von Elektroautos plant die VW-Tochter erstmals die Nutzung einer technischen Plattform des chinesischen Joint-Venture-Partners SAIC.

Bereits ab dem kommenden Jahr will Audi in Shanghai mit Hilfe der chinesischen Technik Elektrolimousinen der Baureihen A3 und A4 produzieren. Damit würde Audi erstmals das Herzstück eines Elektroautos von seinen chinesischen Partnern beziehen. Auf der Plattform sollen auch neue Elektroautos entwickelt werden, die Ende des Jahrzehnts in Produktion gehen sollen. 

Entsprechende Gerüchte will der Konzern nicht kommentieren. Planmäßig sollen wohl hauptsächlich E-Autos für die Mittelklasse in hoher Stückzahl produziert werden. Audis zweiter chinesischer Partner, FAW, soll indes das Modellportfolio mit den Verbrennern fortführen und zusätzlich die Audi-Elektromodelle der Oberklasse fertigen. Doppelproduktionen sollen damit entfallen. Man hofft angeblich in Konzernkreisen, entsprechende Verträge im Herbst unterzeichnen zu können. Diese Entwicklung soll verhindern, dass Audi in der Volksrepublik noch mehr Marktanteile verliert, als zuletzt schon geschehen. 

Über diese Schwierigkeiten musste Audi-Chef Markus Duesmann Ende Juni seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger Gernot Döllner strebt nun an, das Unternehmen mit dem Deal zu entlasten. Der Zukauf chinesischer Produkte für Elektroautos zeigt das mangelnde Vertrauen in den Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) des Mutterkonzerns Volkswagen. Audi-Ingenieure bemängeln, dass die MEB-Fahrzeuge zu schlecht vernetzt seien, zu wenig Leistung hätten und zu langsam laden. „Das reicht für Audi nicht“, meint ein führender Manager des Autobauers. Die Absatzzahlen stützen diese Einschätzung. Zwischen Januar und Mai verkaufte Audi gerade einmal 8900 Elektroautos in seinem wichtigsten Absatzmarkt, dabei sehen Experten dort das größte Potenzial für kompakte Elektro-Limousinen.

Dass Audi die SAIC-Plattform übernimmt, bricht mit dem Credo von VW, alle wichtigen Basistechnologien selbst zu entwickeln. Die Konkurrenz ist dabei schon über diesen Anspruch hinweg und arbeitet oft mit chinesischer Technik. 

Das neue Engagement in China könnte aber alte Wunden aufreißen, da der ältere Joint-Venture-Partner FAW eifersüchtig über seine Rechte wacht. Die Auslagerung eines Teils der Audi Produktion zu SAIC, führte 2017 zu einem “Bummelstreik” bei FAW. 

Um die Wogen zu glätten, sagte der damalige Audi-Chef Rupert Stadler zu, dass das SUV-Modell Q5 in beiden Joint-Ventures produziert wird, die Variante aus dem Süden aber nicht überall in China verkauft werden dürfe. Auch diese Doppelstruktur soll nun wegfallen. Während SAIC im Süden die Audi-Kompaktmodelle bauen wird, fertigt FAW im Norden vor allem die großen SUVs und Limousinen. 

Um einen Teil der schrumpfenden Verbrenner-Produktion zu FAW auszulagern, baut Audi deshalb mit FAW im nordchinesischen Changchun eine Fabrik für Modelle, die auf der gemeinsam mit Porsche entwickelten PPE-Plattform stehen sollen. Konkretes wird sich aber erst in den kommenden Wochen zeigen. 

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