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Anleger gieren nach guten Nachrichten

Zuletzt herrschte an den deutschen Aktienmärkten eine gute Stimmung. Experten sind aber skeptisch, wie angemessen diese ist.

Der Dax beendete die vergangene Woche mit einem Plus bei 13.460 Punkten. Das ist der höchste Schlusskurs seit dem 19. August und deutet darauf hin, dass die Herbstrally anhält. Allerdings können anstehende Termine diesen Trend aufhalten. 

Seit fünf Wochen steigt der Dax und konnte insgesamt um 11 Prozent zulegen. Das Frankfurter Börsenbarometer zog zuletzt um 1,6% an und das obwohl die US-Notenbank Fed angekündigt hat, die Zinsen langfristig anzuheben. So scheint es, dass die Anleger:innen nach Gründen suchen, um wieder in Aktien zu investieren und kleinere Meldungen erfolgversprechend interpretieren, obwohl die Lage an den Märkten keineswegs klar zu sein scheint. 

Dass Anleger sich auf noch so geringe Informationen stützen, zeigt die vergangene Woche. Obwohl Experten anderer Auffassung sind, linderten Spekulationen in den sozialen Netzwerken, dass China seine Null-Covid-Polotok aufgeben wolle, die Sorgen vor einem Konjunktureinbruch. Und auch die Veröffentlichung der Zahlen des US-Arbeitsmarktes wurde optimistischer interpretiert als zwingend nötig. Da mehr neue Stellen als erwartet geschaffen worden sind, wären eigentlich neue Zinserhöhungen notwendig, um die Inflation abzusenken. Die Marktteilnehmer folgten aber stattdessen der positiven Lesart, dass durch den leichten Anstieg der Arbeitslosenquote die Zinserhöhungen ihre Wirkung entfalten und dadurch nur noch kleine Zinsschritte zu erwarten wären. Tatsächlich werden aber erst die Verbraucherpreisdaten Klarheit darüber schaffen, wie sich die Zinspolitik der Fed auf die Inflation ausgewirkt hat und wie das weitere Vorgehen sein wird. 

Nicht nur die Inflationsrate, die laut Experten auf acht Prozent gesunken sein könnte, sondern auch die Kerninflation ist entscheidend. Bei dieser werden schwankungsanfällige Preise wie für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet, weswegen sie zeigt, wie sehr sich die Inflation verstetigt hat. Es wird erwartet, dass dieser Wert weiterhin im Bereich von zuletzt 6,6% liegt. 

Abweichungen können die Märkte in beide Richtungen beeinflussen. Enttäuschende Zahlen könnten zu einer Ausverkaufsecke führen. Schlechte Nachrichten aus China könnten eine ähnliche Entwicklung nach sich ziehen. Positive Zahlen könnten am Dax hingegen für einen goldenen Herbst sorgen und die zu erwartende Rezession in den Hintergrund treten lassen. 

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