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Deutsche Telekom AG
WKN 555750

T-Mobile ist der wertvollste Kommunikationskonzern der Welt

Wie die Telekom-Tochter trotz Startschwierigkeiten der wertvollste Telekommunikationskonzern der Welt werden konnte.

Die US-Tochter der Telekom (WKN: 555750 ; ISIN: DE0005557508), T-Mobile (WKN: A1T7LU ; ISIN: US8725901040), ist seit Dienstag der wertvollste Telekommunikationskonzern der Welt. Mit seiner Börsenbewertung konnte er sowohl die amerikanische Konkurrenz, Verizon (WKN: 868402 ; ISIN: US92343V1044) und AT&T (WKN: A0HL9Z ; ISIN: US00206R1023), als auch Konkurrenten aus China überholen. T-Mobile erreichte eine Marktkapitalisierung von 179 Milliarden EUR und überholte damit Verizon (175 Milliarden EUR) und China Mobile (WKN: 909622 ; ISIN: HK0941009539) (145 Milliarden EUR). Das kommt überraschend, denn bisher galt die US-Tochter als Sorgenkind der Telekom

Noch zum Jahresbeginn war T-Mobile in den USA noch auf dem dritten Platz hinter Verizon und AT&T. Doch die beiden Konkurrenten verloren an der Börse seit Anfang des Jahres deutlich an Wert. Verizon verlor 20%, während AT&T 11% einbüßen musste.

Im gleichen Zeitraum legte T-Mobile aber über 24% zu. Mit 1,7 Millionen neuen Kunden konnte das Unternehmen mehr Verträge abschließen als die beiden anderen Konkurrenten zusammen. Im zweiten Quartal stieg der Serviceumsatz um 5,7% auf 15,3 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis wuchs um 10,4% auf 6,6 Milliarden US-Dollar, während der Free Cashflow um 5,2% auf 1,8 Milliarden US-Dollar zulegte.

Zuletzt kündigte T-Mobile eine Zusammenarbeit mit Elon Musks Satelliten-Internetdienst Starlink an, der überall Empfang für Smartphones ermöglicht. In den USA ist die Netzabdeckung des Konzerns schlechter als die der Konkurrenz. Experten loben diese Maßnahmen und sehen dies als ein Zeichen anhaltender Stärke, während die Rivalen unter Missmanagement leiden würden. T-Mobile-Chef Sievert erklärte zuletzt eine Preisbremse für die Tarife, während auf Kunden von Verizon und AT&T deutliche Preissteigerungen zukommen.

Die Telekom hat den US-Mobilfunker Voicestream zur Jahrtausendwende übernommen und musste mit der US-Sparte bereits 2002 Verluste von 25,7 Milliarden EUR verkraften. Über zwanzig Jahre versuchte man, das Geschäft rentabel zu gestalten. Zwischenzeitliche Verkaufsversuche scheiterten. Vor zwei Jahren wurde der Wettbewerber Sprint von T-Mobile übernommen, wodurch T-Mobile mittlerweile für zwei Drittel des Umsatzes der Telekom verantwortlich ist. 

Aufgrund der hohen Preise für Mobilfunkverträge in den USA kann T-Mobile dortige Konkurrenten deutlich unterbieten. Die monatlichen Kosten liegen dennoch über denen in Europa. So zahlt ein T-Mobile Kunde im Monat etwa 49 US-Dollar im Monat, während sich die Kosten in Europa auf 20 EUR beschränken. Der Durchschnittsumsatz pro Kunde ist in den USA im letzten Jahr um 3% gestiegen, in Deutschland allerdings um 5% gefallen. 

Dennoch steht die Telekom vor dem Problem, dass sie lediglich 48,25% an ihrer Tochter hält. Nun möchte das Bonner Unternehmen die Lücke zur Mehrheit aber schließen. Allerdings ist der Konzern mit 146 Milliarden EUR verschuldet. Zur Lösung des Problems kündigte T-Mobile-Chef Sievert ein Rückkaufprogramm in Höhe von 60 Milliarden EUR an, das im dritten Quartal beginnen soll und die Aktienmehrheit sichern soll, ohne neue teure Anteilsscheine dazuzukaufen.

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