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BMW
WKN 519000

Dax-Unternehmen verzeichnen Rekordgewinne

Warum Unternehmen trotz der angespannten Wirtschaftslage weiterhin gute Gewinne machen.

© Skywalker_ll

Trotz der Belastung, die die deutsche Wirtschaft infolge des Ukraine-Krieges erlebt und die sich zuletzt auch deutlich am Dax zeigte, ergibt sich aus den Zahlen des ersten und zweiten Quartals, dass viele Dax-Unternehmen besser durch die Krise kommen als erwartet. 15 Unternehmen werden sogar einen Rekord-Nettogewinn einfahren können.

Darunter etwa BMW (WKN: 519000 ; ISIN: DE0005190003), Linde (WKN: A2DSYC ; ISIN: IE00BZ12WP82)  oder die Telekom (WKN: 555750 ; ISIN: DE0005557508). Laut Bloomberg werden die 40 Dax-Konzerne zusammen 130 Milliarden EUR netto verdienen, und damit lediglich eine halbe Milliarde weniger als im Vorjahr. Laut Mathieu Meyer, Partner bei der Unternehmensberatung EY, können Unternehmen mit internationaler Ausrichtung Verluste in einzelnen Ländern effektiv ausgleichen. 

Die Umsätze steigen, so der Berater, da die Unternehmen die gestiegenen Preise derzeit an ihre Kunden weitergeben können. Schwächen werden durch die internationale Aktivität ausgeglichen. Die Konzerne erzielen 40% ihrer Umsätze in Europa, 30% in den USA, 25% in Asien und der Rest in den übrigen Regionen. Besonders in den USA stiegen die Umsätze rapide, im letzten Quartal um 23%, da dort die Nachfrage stetig steigt. 

Auch der schwache Euro stärkt die Umsätze. Für jeden erwirtschafteten Dollar, erhalten die Konzerne bei der Bilanzierung in Euro 15 Euro-Cent mehr als im Vorjahr. Hoch globalisierte Konzerne mit starkem US-Geschäft profitieren davon am meisten. So etwa die Automobilbranche. Auf das Gesamtjahr gerechnet könnten die Dax-Konzerne eine zusätzliche Ebitda-Marge von 20 bis 40 Milliarden EUR erwirtschaften, sofern der Euro weitere 10-15% an Wert verliert. Das entspricht einem Sondergewinn von 7-14%.

Die Profiteure zeichnen sich durch kreatives Krisenmanagement aus, oder nutzen effektiv das Marktumfeld, wie etwa der Chemie Zwischenhändler Brenntag (WKN: A1DAHH ; ISIN: DE000A1DAHH0), der von steigenden Chemie-Preisen und vollen Orderbüchern profitiert. Aufgrund der Standorte in 78 Ländern ist das Unternehmen auch in der Lage, Einschränkungen in den Lieferketten auszugleichen. Analysten erwarten einen Nettogewinn von 940 Millionen EUR und damit die Verdoppelung des Rekordes von 2019 bei 448 Millionen EUR.

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius (WKN: 716563 ; ISIN: DE0007165631) konnte in den USA, Europa und Asien in diesem Jahr jeweils zweistellig wachsen. Im ersten Halbjahr konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 2,1 Milliarden EUR gesteigert werden, während der Konzernnettogewinn um 30% auf 334 Millionen Euro anstieg. Analysten rechnen 2022 mit einem Gewinn von 600 Millionen EUR. 

Deutschlands größter Halbleiterhersteller Infineon (WKN: 623100 ; ISIN: DE0006231004) profitiert von den hohen Preisen in der Branche. Besonders bei Gewinnen und Profitabilität wird das deutlich. Die Nettomarge könnte sich 2022 auf 14,9% belaufen. Man rechnet mit einem Gewinn von etwa 2 Milliarden EUR. 

Auch der Industriegasespezialist Linde-Praxair profitiert von den hohen Preisen in der Branche und der oligopolartigen Marktaufteilung unter vier Unternehmen. Für das laufende Jahr prognostizieren Analysten einen Gewinn von 4,6 Milliarden EUR. Im nächsten Jahr sogar 5,2 Milliarden EUR. Der Konzern musste dennoch im letzten Quartal Einbußen in Höhe von knapp 500 Millionen EUR hinnehmen, die im Zusammenhang mit dem Rückzug aus Russland entstanden sind. Weitere Abschreibungen sind zu erwarten. 

Puma (WKN: 696960 ; ISIN: DE0006969603) gibt die gestiegenen Preise an die Kunden weiter. Mit einem Nachfrageeinbruch sei indes nicht zu rechnen. Analysten gehen von einem Rekordgewinn in Höhe von 400 Millionen EUR aus. So konnte Puma seine Jahresprognose erhöhen, während der Konkurrent Adidas diese senkte. 

Krisensicher zeigt sich auch Beiersdorf (WKN: 520000 ; ISIN: DE0005200000). Der Nettogewinn dürfte sich auf 780 Millionen EUR belaufen, womit das Rekordjahr 2018 übertroffen sein würde. Die mögliche Gasknappheit macht dem Unternehmen auch nicht zu schaffen, da man stärker alternative Energien nutzen wolle. 

Die Telekom wird aller Voraussicht nach ihren Rekordgewinn von 2000 mit eine diesjährigen Gewinn von etwa 7 Milliarden EUR überbieten können. Vor allem der Erfolg der US-Tochter T-Mobile zahlt sich für den Konzern aus. In den Vereinigten Staaten ist die Telekom Tochter der am schnellsten wachsende Telekommunikationskonzern.

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