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Abstimmung über Porsches Börsengang

Die Entscheidung über den Börsengang von Porsche rückt näher. Alles über die Chancen und Risiken dieses Schrittes.

Der mögliche Börsengang von Porsche ist schon seit längerer Zeit ein Gegenstand von Spekulationen. Bereits am 24. Februar hat der Mutterkonzern Volkswagen (WKN: 766403 ; ISIN: DE0007664039) angekündigt, Porsche noch in diesem Jahr an die Börse bringen zu wollen. Aufgrund der kriegsbedingten Volatilität an den Finanzmärkten war es im Folgenden aber still geworden um diese Börsenpläne. Am Montag, dem 05. September 2022 wird aber endgültig über den Börsengang des Tochterunternehmens entschieden. 

Neben dem zu erwartenden Börsengang wird auch über den Verkauf von 25 Prozent plus einer Aktie der Stammaktien der Porsche AG an die Porsche Automobil Holding SE (PSE) beraten, die der Eigentümerfamilie Porsche-Piëch großen Einfluss sichert. 

Sollte der Börsengang bestätigt werden, würde ab Dienstag die Vorbereitung für den Börsengang beginnen. Zunächst wirbt der Konzern dann bei wichtigen Investoren. Nach dieser Phase beginnt die zweiwöchige „Book-Building- Phase“, bei der ein Börsenprospekt mit Preisspannen veröffentlicht wird. Danach können Aktionäre melden, wie viele Aktien sie zu welchem Preis kaufen wollen. Kurz bevor die Aktie in den Handel geht, wird gemeinsam mit den Banken ein Emissionspreis festgelegt, mit dem das Papier in den Handel startet. 

Ob der Börsengang stattfindet, hängt mit der Bewertung von Porsche zusammen. Es heißt, dass Volkswagen den Börsengang nicht vollzieht, wenn die Bewertung unter 60 Milliarden ausfällt. Derzeit heißt es, dass Porsche eine Bewertung zwischen 60 und 80 Milliarden EUR erzielt. 

Zwar gibt es schon Aktien von Porsche, diese beziehen sich aber auf die Familienholding Porsche SE (WKN: PAH003 ; ISIN: DE000PAH0038), in der die Eigentümerfamilie ihre VW-Anteile gebündelt hat. Mit dem jetzigen Börsengang können aber direkt die Vorzugsaktien des Luxusautoherstellers gehandelt werden. 

Sollte der Börsengang gelingen, wäre es ein Zeichen an die Finanzmärkte, dass trotz der angespannten Wirtschaftslage noch immer Bewegung an den Märkten möglich ist. Schließlich würde es sich um einen der größten Börsengänge der letzten Jahre in Europa handeln. Intern würde ferner die Eigentümerfamilie gestärkt, die nach dem gescheiterten Versuch VW zu übernehmen deutlich an Einfluss gegenüber dem Dachkonzern eingebüßt haben. Sofern die Familie 25% der Stammaktien erwerben kann, können keine wichtigen Entscheidungen mehr an ihr vorbei getroffen werden. Auch der neue VW-Chef Oliver Blume, gleichzeitig Chef von Porsche, würde von einem erfolgreichen Börsengang profitieren und einen großen Erfolg feiern können. 

Dennoch stehen dem Börsengang einige Probleme entgegen: Zum einen besteht die Möglichkeit, dass der Zeitpunkt aufgrund der angespannten Finanzlage falsch gewählt ist. Zwar gilt Porsche als starke Marke, um aber deren Aktien zu kaufen, müssten Anleger voraussichtlich andere Positionen verkaufen, was derzeit mit deutlichen Verlusten einhergehen dürfte. 

Zum anderen bestehen Compliance Probleme, da es personelle Überschneidungen von Porsche Topmanagern und Posten der Porsche SE gibt. Problematisch ist, dass die VW-Gruppe ein Interesse an einem hohen Preis für die Aktien hat, während die Porsche SE an möglichst niedrigen Preisen interessiert ist. Um dieses Problem zu umgehen, haben Porsche und VW mehrere Rechtsgutachten eingeholt, um Interessenkonflikte zu vermeiden. So werden Familienvertreter etwa nicht über den geplanten börsengang mitabstimmen. 

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