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Deutsche Bank
WKN 514000

Milliarden-Deal: Norddeutsche Landesbank verkauft Kreditportfolio an Deutsche Bank

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) zieht sich nach über 40 Jahren aus dem Geschäft der Flugzeugfinanzierung zurück.

Wie die Bank aus Hannover am Montag bekanntgab, soll ein Kreditportfolio im Wert von 1,67 Milliarden Euro an die Deutsche Bank verkauft werden. Das verbleibende Portfolio von etwa 1,1 Milliarden Euro will die NordLB schrittweise auslaufen lassen.

Strategiewechsel bei NordLB - Fokus auf Energiewende und Wachstum

Bereits im März hatte NordLB-Chef Jörg Frischholz angekündigt, das Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen entweder zu verkaufen oder selbst abzuwickeln. Mit dem nun vereinbarten Verkauf eines Großteils des Portfolios setzt die Bank diese Pläne um und schafft auf einen Schlag Mittel frei, die sie nun in ihr Kerngeschäft investieren kann, um dort stärker zu wachsen.

„Mit dieser Entscheidung richten wir uns noch stärker auf die Umsetzung der Energiewende in unseren ausgewählten Wachstumsbereichen erneuerbare Energien, Commercial Real Estate und Firmenkunden aus, die wir durch das freiwerdende Kapital ausbauen können“, erklärte Frischholz. Das durch den Verkauf freigesetzte Kapital soll in diese Bereiche fließen. Die Bank verfolgt damit eine fokussierte Strategie, um ihre Profitabilität zu steigern.

Zwischen Rettung und Expansion – Ein Blick auf die Zukunft

Im vergangenen Jahr erzielte die NordLB einen Gewinn von 271 Millionen Euro, blieb damit aber hinter anderen Landesbanken zurück. Nach erheblichen Verlusten durch Schiffskredite musste das Institut 2019 mit 3,6 Milliarden Euro gerettet werden. Danach wurde die Bank umstrukturiert und deutlich verkleinert. 2009 beteiligten sich neben dem Mehrheitseigner Niedersachsen auch die anderen Landesbanken und die deutschen Sparkassen an der Rettung der NordLB. Viele von ihnen würden es bevorzugen, wenn die NordLB ihr Geschäft schrittweise verkleinert und schließlich verkauft oder abgewickelt wird.

Der Mehrheitseigner Niedersachsen und NordLB-Chef Jörg Frischholz verfolgen dagegen Wachstumspläne für die Bank. Nach langen Diskussionen einigten sie sich 2023 auf die Einführung einer neuen Banken-IT. Doch der Grundsatzstreit ist damit nicht beigelegt und könnte bald wieder aufflammen. Im Spätsommer plant der Vorstand, sich zurückzuziehen und ein neues Strategieprogramm für die kommenden Jahre zu entwerfen. Dabei wird das Thema Wachstum voraussichtlich erneut für kontroverse Diskussionen sorgen.

Ausstieg aus Flugzeugfinanzierung markiert Wendepunkt

Mit dem Ausstieg aus der Flugzeugfinanzierung, den Jörg Frischholz bereits im März angekündigt hatte, hat der Vorstandschef einen bedeutenden Schritt vollzogen. Die Deutsche Bank habe sich im Verkaufsprozess „gegen eine Vielzahl nationaler und internationaler Interessenten durchgesetzt“, teilte die NordLB mit. Über den Verkaufspreis schweigen jedoch beide Seiten.

Die hohe Nachfrage während des Verkaufsprozesses zeigt die Qualität des Portfolios, erklärte die NordLB. Der Großteil der Finanzierungen soll ab Ende Juni schrittweise an die Deutsche Bank übergehen. Für die Norddeutsche Landesbank markiert der Ausstieg aus der Flugzeugfinanzierung einen Wendepunkt. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, schließlich war der Bereich der Flugzeugfinanzierungen viele Jahre integraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells“, sagte Frischholz. Die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diesem Bereich sollen die Möglichkeit bekommen, innerhalb der Bank auf gleichwertige Positionen zu wechseln.

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