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HelloFresh: Lohnt sich der Einstieg nach dem Kurseinbruch?

Die Aktien von “HelloFresh” haben ihren bisher tiefsten Stand erreicht. Das junge Unternehmen ist zwar profitabel, hat jedoch andere Probleme.

Die Aktie sinkt und sinkt. Am Freitag erreichte der Kurs von “HelloFresh” mit 4,42 Euro einen neuen Tiefststand. So niedrig war die Aktie des während der Coronazeit sehr gefragten Kochboxenversenders noch nie. Im November 2021 hatte sie noch ein Hoch von rund 95 Euro erreicht.

Es ist verständlich, dass die Wachstumsraten des Unternehmens nicht mehr mit denen während der Pandemie vergleichbar sind. Auch die Aktien anderer Online-Lieferdienste und Onlinehändler wie “Delivery Hero” und “Zalando” liegen weit unter ihren Höchstständen. Der Kursverfall der “Hellofresh”-Aktie hat sich in diesem Jahr jedoch noch weiter verschärft. Seit Januar hat sie 68 Prozent verloren und ist damit die schwächste Aktie im Nebenwerteindex “MDax”. Das wirft natürlich die Frage auf: 

Ist der Tiefpunkt erreicht und die Aktie nun ein Schnäppchen?

Betrachtet man die Kursziele der Analysten, scheint die Antwort klar: Alle 20 Analysten, die “HelloFresh” laut dem Informationsdienst “Bloomberg” bewerten, setzen ihre Kursziele über dem aktuellen Wert der “HelloFresh”-Aktie an. Im Durchschnitt prognostizieren sie für die nächsten zwölf Monate einen Kursanstieg auf 9,90 Euro, was einem Potenzial von 120 Prozent entspricht.

Doch es gibt ein Problem: Seit einiger Zeit senken Analysten ihre Kursziele kontinuierlich, während der Aktienkurs noch schneller fällt als die revidierten Kursziele. Dadurch kann der Blick auf die Prognosen täuschen. Das wird auch daran deutlich, dass von den 20 Analysten, die “HelloFresh” beobachten, nur acht zum Kauf der Aktie raten. Weitere acht empfehlen, die Aktie zu halten, und vier raten zum Verkauf. Auf den ersten Blick erscheint die Aktie aufgrund ihrer historischen Bewertung günstig.

Als “HelloFresh” vor etwa sechseinhalb Jahren im zweiten Anlauf zu einem Ausgabepreis von 10,60 Euro an die Börse ging, machte das Berliner Unternehmen aus dem Portfolio der Beteiligungsgruppe “Rocket Internet” noch Verluste. Im vergangenen Jahr erzielte “HelloFresh” hingegen einen operativen Gewinn von 448 Millionen Euro. Der wichtigste Markt für “HelloFresh” sind die USA, wo zwei Drittel des Umsatzes generiert werden. Im vergangenen Jahr belief sich der Gesamtumsatz auf 7,6 Milliarden Euro.

Gewinnwarnungen sorgen für Unsicherheit

Auch im Jahr 2024 wird “HelloFresh” profitabel sein, jedoch werden die Gewinne geringer ausfallen als erwartet. Dies relativiert die scheinbar günstige Bewertung der Aktie. Im März senkte “HelloFresh” die Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich auf 350 bis 400 Millionen Euro. Dies war bereits die zweite Gewinnwarnung innerhalb von vier Monaten. Gleichzeitig korrigierte “HelloFresh” die bis 2025 geltenden Mittelfristziele nach unten. Dies führte am 8. März zu einem historischen Tagesverlust der Aktie von 45 Prozent.

Seitdem hat sich die Aktie nicht erholt – im Gegenteil. Besonders beunruhigend für die Investoren ist die Schwäche im Kerngeschäft, dem Versand von Kochboxen, die 2023 noch 80 Prozent des Umsatzes ausmachten. Im ersten Quartal ging der Umsatz in diesem Bereich um knapp sieben Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zurück. Diese Entwicklung stößt bei Analysten auf wenig Begeisterung. Die Investmentbank “Bryan Garnier” urteilte besonders scharf: „Wenn 80 Prozent des Geschäfts bestenfalls stagnieren, scheint die langjährige Wachstumsstory tot zu sein.“

Ein Bereich, der stark wächst, ist der Versand von Fertiggerichten. Hier konnte “HelloFresh” den Umsatz im ersten Quartal um 56 Prozent auf 496 Millionen Euro steigern. Diese Entwicklung überzeugt die Analysten jedoch nicht. Laut “Jefferies” müsste das Geschäft mit Fertiggerichten den Rückgang im Kochboxen-Segment ausgleichen, damit die Aktie attraktiv bleibt. Dies sei jedoch in naher Zukunft nicht zu erwarten.

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